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NWZonline.de Ratgeber Beruf & Bildung

Als Kaffee und Zucker noch Rauschmittel waren

30.11.2019

Oldenburg Kaffee, Tee, Zucker oder Kakao – für uns sind diese Dinge heute völlig normal und gehören zum Alltag dazu. Vor vielen Hundert Jahren, etwa ab dem 17. Jahrhundert, brachten diese Konsumgüter allerdings gehörige Veränderungen in die Gesellschaft. Güter wie Tabak, Tee oder Zucker wurden damals als „neue Rauschmittel“ bezeichnet.

Inwiefern haben Tabak, Tee, Zucker, Schokolade aber auch Opium das Leben in nordeuropäischen Hafenstädten verändert? Antworten auf diese Frage soll das internationale Forschungsprojekt „Intoxicating Spaces“ geben.

„Die Ankunft dieser ,neuen Rauschmittel’ war heftig umstritten, bezogen auf die Auswirkungen“, erklärt Prof. Dr. Dagmar Freist. Die Historikerin vom Institut für Geschichte leitet den Teil des Projektes an der Carl-von-Ossietzky Universität. Neben Oldenburg sind noch drei weitere Unis an dem Forschungsprojekt beteiligt: Sheffield, Utrecht und Stockholm. Deren Schwerpunktstädte sind London, Amsterdam und Stockholm. Ausgelegt ist das Projekt auf die Dauer von zwei Jahren.

Im Fokus der Oldenburger Wissenschaftler liegt die Hansestadt Hamburg. Durch den Konsum dieser „neuen berauschenden Mittel“ entstanden neue Räume des öffentlichen Lebens, zum Beispiel Kaffeehäuser. Sie seien anfangs sogar verrufen gewesen, sagt Freist: „Diese Kaffeehäuser gingen zunächst einher mit der Lektüre erster Zeitungen. Man sah sie als Orte des Aufruhrs, der politischen Mitsprache in einer Zeit, in der dies noch gar nicht gewünscht war.“ Um zu erforschen, wie durch den zunehmenden Konsum und Handel von Rauschmitteln neue öffentliche Räume in der Stadt entstanden, nehmen die Wissenschaftler Quellen wie Zollbücher, Warenlisten, Zeitungen oder Gerichtsakten unter die Lupe. Herausfinden wollen die Wissenschaftler auch, welche Folgen diese neuen Genussräume auf Politik und Gesellschaft hatten.

Das Besondere an dem Projekt: Die Wissenschaftler arbeiten in allen vier beteiligten Ländern mit Museen und Schulen zusammen. In Deutschland arbeitet die Uni Oldenburg mit dem Alten Gymnasium Oldenburg (AGO), dem Gymnasium Cäcilienschule in Oldenburg und dem Gymnasium Neu Wulmstorf sowie dem Schifffahrtsmuseum in Bremerhaven zusammen. Beteiligt sind neben den zuständigen Lehrkräften Sabine Conrad, Ina-Maria Goldbach und Frank Schmekel auch Dr. Gabrielle-Robilliard vom Institut für Geschichte. An diesem Montag findet in Oldenburg der Auftaktworkshop für die drei deutschen Schulen statt.

Den Oldenburgern gelang es zudem, mit UN-Habitat die Vereinten Nationen mit ins Boot zu holen. Ebenfalls dabei ist Mainline, eine internationale Drogenpräventionsorganisation. Finanziert wird das gesamte Forschungsvorhaben durch das europäische Forschungsnetzwerk Humanities European Research Area (HERA). Um überhaupt eine Förderung zu bekommen, müssen EU Partner miteinander kooperieren. Es ist das erste HERA Projekt, welches die Uni Oldenburg eingeworben hat.

Was das Projekt so spannend mache sei, dass es eben kein reines Forschungsprojekt ist, erklärt Freist. Kriterium für eine Bewilligung ist, dass die wissenschaftlichen Arbeiten unmittelbare Anknüpfungspunkte zu verschiedenen Bildungseinrichtungen oder sozialen Trägern haben – und diese ebenfalls einen Gewinn daraus ziehen. Und zwar in allen vier beteiligten Ländern.Somit hat das Projekt nicht nur für die Wissenschaftler, sondern auch für die Öffentlichkeit, Schulen, Museen und anderen Einrichtungen einen Mehrwert.

Im Verlauf des Projektes soll eine umfangreiche Datenbank online gehen – diese gibt dann einen direkten Einblick in das historische Material. Interessant nicht nur für die Wissenschaftler, sondern auch beispielsweise für Lehrkräfte, oder die Öffentlichkeit. Ein weiteres Ziel ist der große internationale Schüler-Workshop gegen Ende des Projektes in Amsterdam. Dort können die Schüler der drei niedersächsischen Schulen mit den anderen Schulen ihre Projekte gegenseitig vorstellen. Bereits jetzt schon können Interessierte den Blog des Projektes verfolgen.


Mehr Infos zum Projekt unter   www.intoxicatingspaces.org 
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Tonia Hysky Redakteurin / Newsdesk
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