OLDENBURG - Intoleranz, Respektlosigkeit, unverblümte Diskriminierungen und Erniedrigungen – Begriffe, mit denen sich eine Stadt, die sich im Wettbewerb „Stadt der Wissenschaft“ die Toleranz auf die Fahnen geschrieben hat, sicherlich nicht gern konfrontiert sieht. Doch Kilian Asangana hat Diskriminierungen und Erniedrigungen durchlitten, wie er berichtet. In einem Brief an Oberbürgermeister Gerd Schwandner fordert Asangana die Stadt nun zum Handeln auf.

Der Informatiker ist Anti-Rassismus-Beauftragter der Carl-von-Ossietzky-Universität und Vizepräsident des Leo-Clubs Oldenburg. Nach Beschwerden ausländischer Mitbürger, die, so Asangana, aufgrund ihrer Hautfarbe nicht in Innenstadtdiscotheken gelassen wurden, machte er mit einem befreundeten Arzt die Probe aufs Exempel. Und tatsächlich: Ob Loft, Cesar oder Cubes, den beiden Schwarzen wurde der Eintritt verweigert. „Man behandelte uns wie Schwerverbrecher und schob uns nach draußen“, schreibt Asangana in seinem Brief. Auf Nachfragen folgten Beschimpfungen, der Türsteher im Cesar zog sich auf Anweisungen seines Chefs zurück.

Cesar-Geschäftsführer Dr. Knut Fuseler stritt auf Nachfrage der NWZ das Vorgehen des Türstehers nicht ab. Die Discothek behalte sich vor, unter den Gästen auszuwählen. Fuseler: „Es kann sein, dass Leute, die nicht passen, das können im übrigen auch Deutsche sein mit schlechtem Auftreten, abgewiesen werden.“ Gleichwohl habe man dem Gast angeboten, an einem anderen Tag wiederzukommen. Er sei auch erschienen und habe dann allerdings den Türsteher beschimpft. Daraufhin sei Asangana der Eintritt erneut verweigert worden.

Asangana sieht dennoch einen klaren Verstoß gegen das im August 2006 in Kraft getretene Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz. Erste Stadträtin Silke Meyn spricht von einem eher zivilrechtlichen Problem. Die von Asangana geschilderten Vorgänge lehne sie aber zutiefst ab. Das sei alles nicht richtig und man sei entrüstet. Die Integrationsbeauftragte der Stadt werde sich einschalten.

Auch die zu Hilfe gerufene Polizei habe nicht einschreiten wollen, schildert Asangana die Geschehnisse weiter. Ein Vorwurf, den Polizeisprecher Sascha Weiß so nicht stehen lassen möchte. Tatsächlich sei die Polizei zweimal ausgerückt, einmal von Asangana, einmal vom Türsteher alarmiert. Zunächst habe Asangana gesagt, er sei nicht eingelassen worden, weil es zu voll sei.

Erst in der Vernehmung einige Tage später habe er zu Protokoll gegeben, dass ihm der Eintritt verweigert worden sei, weil sich bereits zu viele Ausländer in der Discothek aufgehalten hätten.

Mehr Infos unter www.gesetz-im-internet.de/agg