OLDENBURG - Für manche junge Leute gibt es durch das Qualifizierungspraktikum eine Perspektive. Auch die Betriebe gewinnen.

Von Karsten Röhr

OLDENBURG - Endlich eine Chance – und David Schindzielorz hat sie genutzt. Der 21-jährige hatte sich in der Schule nicht so leicht getan: Hauptschule, kein Abschluss, keine Perspektive. Doch plötzlich gab es eine Zusage: der Oldenburger Malermeister Frank Moese nahm ihn auf: Sechs Monate Praktikum, um zeigen zu können, was in ihm steckt und die Aussicht auf eine Lehrstelle. Jetzt hat er sie. David sagt: „Ich bin so dankbar, dass er mich genommen hat. Mein Leben hat nun eine Kehrtwende gemacht: Ich habe zuhause arbeitslos rumgesessen, heute habe ich eine tolle Arbeit und bin jeden Tag glücklich.“

Drei Jahre lang hatte Cindy Guske verzweifelt nach einer Lehrstelle gesucht. Es hagelte Absagen. Die heute 19-Jährige hatte nach der neunten Klasse die Hauptschule verlassen. „Ich glaube, es lag an den Noten“, sagt Cindy, „vor allem in Deutsch und Englisch war ich einfach zu schlecht.“ Ihr Traum von der Floristik platzte und auch als Friseurin fand sie keinen Azubi-Platz. Sie hängte ein Jahr Hauswirtschaft an der BBS in Rostrup dran, aber am Ende war sie arbeitslos.

Doch dann zogen die Friseurmeisterinnen Sabine Riedel und Kerstin Schumacher (Ammerländer Heerstraße) sie aus einem „Stapel von 50 bis 60 Bewerbungen“, sagt Sabine Riedel. Im Rahmen des Programms zur Einstiegsqualifizierung wollten sie Cindy eine Chance geben, wie sie auch David Schindzielorz erhalten hatte: ein halbes Jahr Praktikum und dann die Entscheidung über die Lehrstelle. Cindy sagt: „Ich habe geweint, als ich die Zusage bekam, ich war glücklich und total erleichtert.“

Mittlerweile macht sie bei Riedel & Schumacher ihre Ausbildung. „Cindy war nicht mehr ganz so jung und deshalb in ihrer Einstellung zu dem Beruf ernsthaft und entschieden genug“, sagt Sabine Riedel. „Sie hat die Arbeit von sich aus gesehen, sich gut integriert, wirklich versucht, eine Hilfe zu sein und zwar konstant“, sagt Kerstin Schumacher. „Wir sind heilfroh, dass wir sie haben und würden uns immer wieder an dem Qualifizierungs-Programm beteiligen.“

Auch Christian Dierking, der eine Vier-Mann-Zimmerei am Bürgerbuschweg führt, lobt das Programm. Ein halbes Jahr gab er Christian Lübben (18) die Chance, sich zu beweisen, der nach der 9. Klasse keine Lehrstelle gefunden hatte. „So konnte ich ihn ein halbes Jahr bei der Arbeit beobachten, auch, ob er in unser kleines Team passt“, sagt Dierking. Lübben passte – und hat nun die Stelle.