OLDENBURG - Erst einmal Kaffee trinken: Wie immer, wenn zwischen ihren Vorlesungen ein wenig Zeit ist, sitzt Studentin Ulrike mit ein paar Kommilitonen in der Caféteria. Die Gespräche drehen sich um sich um Prüfungen oder Professoren, über die eigene Altersvorsorge diskutiert niemand. „Das steht im Moment nicht im Vordergrund“, sagt die 23-Jährige. Mit der Meinung steht sie nicht alleine da. Denn über die private Absicherung im Alter machen sich viele während ihrer Ausbildung an der Hochschule keine Gedanken.
„Im Prinzip kommt diese Fragestellung bei mir nicht vor“, sagt Heiko Groen von der Sozialberatung des Studentenwerks. „Höchstens mal zum Ende des Studiums.“ Für Leute, die direkt aus dem Abitur zur Hochschule gehen, sei das Thema vielleicht zu weit weg, vermutet er. Aber auch ökonomische Gründe seien natürlich denkbar.
„Mal eben 50 Euro im Monat beiseite legen ist als Bafög-Empfänger nicht einfach“, bestätigt Jan Düvel, Lehramtsstudent im 8. Semester. Man verschiebe das auf später, sagt er weiter. Wenn man mal eine Familie habe, dann sei man in der Verantwortung und achte wahrscheinlich mehr darauf.
Doch jedes Jahr, das nicht privat vorgesorgt wird, ist ein verlorenes Jahr. Denn je länger man einzahlt, desto mehr kommt im Alter dank Zins und Zinseszins dabei raus. Einige haben das schon erkannt und die ersten Verträge unterschrieben. „Ich habe eine Privatrente abgeschlossen“, erzählt Dennis Walther. „Davon könnte ich zwar nicht leben, aber es wird ein schönes monatliches Zusatzgeld.“
Dass so ein privater Aufschlag zur gesetzlichen Rente von Nöten sein wird, das haben inzwischen fast alle begriffen. Die Förderung durch die Riester-Rente oder fondsgebundene Produkte sind zwei Varianten, wie diese Absicherung gewährleistet werden kann.
Und auch die zukünftigen Lehrer, welche die Universität Oldenburg in großer Zahl hervorbringt, können sich nicht uneingeschränkt auf ihre Pensionen verlassen. Diese dürfen zwar nicht gesenkt werden, können durch Nullrunden und Inflation über die Jahre aber ihren Wert verlieren.
Ulrike hat sich entschieden, erst einmal fertig zu studieren. „Die Verluste kann ich hoffentlich später durch privates Sparen ausgleichen.“
