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NWZonline.de Ratgeber Beruf & Bildung

„Lisa, wo steht meine Teetasse?“

17.01.2019

Oldenburg Langsam rollt Lisa den Flur entlang. Doch dann: eine Türschwelle. Der Roboter surrt, schiebt, doch die zwei Zentimeter scheinen für das große, blaue „Geschöpf“ aus Metall und Kabeln eine kleine Hürde zu sein. „Das funktioniert, nimm ein bisschen Schwung!“, ruft Patrik seinem Kollegen Niko zu. Dieser lotst Lisa mit dem Joystick dorthin, wo sie arbeiten soll.

Beide Studenten sind Teil des Teams „Homer“ und nehmen an der European Robotics League teil. Eine Station dieses Wettbewerbs führt sie zum Offis (Institut für Informatik) in Oldenburg. Das Team aus Patrik, Niko, Isabelle, Mark, Christian und Ida – alle Master- oder Bachelorstudenten der Computervisualistik an der Uni Koblenz – tritt in der Disziplin Consumer Service Robots an. „Wir machen Servicerobotik“, erklärt Isabelle. Die Technik soll besonders ältere Menschen im Haushalt unterstützen. Zu Beispiel Sachen bringen oder Post entgegennehmen.

OFFIS Living Lab zertifizierter Austragungsort

Die Disziplin Consumer Service Robots ist Teil des Wettbewerbs der European Robotics League. Das ERL Consumer besteht aus mehreren lokalen Turnieren in verschiedenen Forschungslaboren in Europa. Die Mannschaften nehmen an mindestens zwei Turnieren teil. Für die Bewertung sind konsistente Ergebnisse wichtig, daher müssen alle Teilaufgaben mehrmals und an verschiedenen Austragungsorten in Europa erfolgreich abgeschlossen werden. Die Prüfstände des Turniers werden zertifiziert. Das Offis Living Lab ist seit vergangenem Jahr zertifizierter Austragungsort für die Disziplin Consumer.

Ausgestattet ist Lisa unter anderem mit Kamera und Mikrofon. „Die Sensorik ist essenziell“, betont Isabelle. Denn unter echten Bedingungen sollen Roboter schließlich autonom entscheiden und sich bewegen können.

Um zu wissen, wo sie sich bewegen kann, durfte Lisa die Wohnung vor dem Wettbewerb erkunden. So notiert sie sich den Aufbau des Testgeländes in einer Karte. Später setzen die Mitglieder des Teams sogenannte „Points of Interest“, Punkte mit denen Lisa weiß, wo sie für die Aufgaben hin muss. Diese sind unterschiedlich. So soll Lisa erkennen, wenn Möbelstücke umgestellt werden oder Gegenstände wie eine Tasse an einer anderen Stelle stehen.

Es gibt zahlreiche Bewertungskriterien und ein Regelwerk der European Robotics League – für Fehler werden eine bestimmte Anzahl Punkte nicht vergeben. Personen umfahren sollte keinesfalls passieren – das gibt Ärger und führt zu einem deutlichen Punktverlust.

Lisa hört auf Sprachkommandos, zum Beispiel „Hol mir die Brille“ oder „Sag mir, wo die Teetasse steht“. Natürlich soll Lisa dann nicht die ganze Wohnung absuchen, eine Aufgabe soll etwa 15 Minuten dauern. Lisa bekommt wahrscheinliche Orte, die sie dann kontrolliert. Übrigens ist Lisa nicht gerade frisch aus dem Ei geschlüpft. Den Roboter gibt es seit 2012 im Projekt Robbie der Uni Koblenz. Sie wird aber immer weiter entwickelt und „wächst“ mit der Software. So kann sie bereits Objekte erkennen oder sich merken. Außerdem Gesichter erkennen, mit einer Computerstimme sprechen oder mit ihrem Arm Dinge greifen und weiterreichen.

Das sogenannte Ideaal Living Lab ist wahrscheinlich die realistischste Umgebung des europaweiten Wettbewerbs, freut sich Dr. Max Pfingsthorn von Offis. Das Lab ist eine vollausgestattete und funktionsfähige kleine Wohnung, erklärt Pfingsthorn. Dort werden seit mehr als zehn Jahren in verschiedenen Szenarien erprobt, wie technologische Entwicklungen Senioren in ihrem Lebensalltag helfen können und sie ein selbstständiges Leben zuhause auch im Alter unterstützen. Die Einrichtung wurde von einer Gruppe älterer Menschen ausgewählt. Echte Personen leben dort allerdings nicht – sie sind durch Puppen ersetzt.

„Es ist schon eine Herausforderung“, meint Isabelle zu den Bedingungen. Aber trotz Wettbewerb und Kampfgeist: „Es ist nicht nur Spielerei“, sagt die Studentin. Die Roboter könnten tatsächlich irgendwann mal Menschen helfen und die Erfahrungen des Teams angewendet werden. Klar, Roboter ersetzen nicht den Menschen – noch nicht – gibt Isabelle zu Bedenken. Sie können aber im Pflegenotstand unterstützen und wertvolle Zeit sparen.

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Tonia Hysky Redakteurin / Online-Redaktion
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