OLDENBURG - Lassen wir mal die Schüler sprechen. Ihr Vertreter Fabrice Claußen sagte: „Wir danken Ihnen für ihren unermüdlichen Einsatz für uns Kinder und Jugendliche. Ihre verständnisvolle Art uns zu helfen, mochten wir alle sehr.“ Gemeint ist Manfred Isstas (65), der Leiter des Landesbildungszentrums für Hörgeschädigte (LBZH), der am Freitag nach fast 24 Jahren in dieser Position seinen Abschied feierte.
Schule positiv geprägt
Einen sehr guten Draht zu der Schule hat spätestens seit der 190-Jahr-Feier im vergangenen Jahr die niedersächsische Sozialministerin Aygül Özkan. „Das war ein wundervolles Jubiläum“, erinnerte sie an das schöne Fest, das sie am Lerigauweg erlebt hatte. Aygül Özkan lobte das LBZH als „landesweit anerkanntes Kompetenzzentrum in Zusammenhang mit Schwerhörigkeit, Gehörlosigkeit und auditiven Wahrnehmungsstörungen“. Vieles, das die Schule präge, trage die Handschrift Isstas, der „ein ganz toll aufgestelltes Haus“ hinterlasse. Die Ministerin äußerte sich auch erfreut darüber, dass in Herzog Anton Günther ein Nachfahre Herzog Peter Friedrich Ludwigs, der die Schule 1820 gegründet hatte, zu Isstas Abschied gekommen war.
Die Leitung übernimmt nun erst mal kommissarisch Doris Moeller, die stellvertretende Direktorin des LBZH. Sie bescheinigte Isstas eine „rastlose Arbeit daran, das Angebot zu erhalten, auszubauen, bekannt zu machen und Unterstützer zu suchen.“ Auch Werner Öhler vom Personalrat würdigte die Kontakte, die Isstas „zu Gunsten der Schule geknüpft hat“, national und international. Das LBZH sei unter seiner Leitung, „zu dem geworden, was es ist“. Bemerkenswert fand Öhler auch, dass Isstas regelmäßig alle Schüler per Handschlag in die Sommerferien verabschiedete.
Es sei „ein großes Glück“ gewesen, die eigene Tochter „diesem kompetenten Team anvertrauen zu können“, wurde der Vorsitzende des Förderkreises, Dr. Dietrich Janssen, auch im Namen der Elternvertretung persönlich. Er zitierte Isstas mit dem Satz, Hörgeschädigte hätten „ein Recht darauf, hören und sprechen zu lernen“ und dankte für die „hörgerichtete Erziehung“ im LBZH.
Einrichtung gut vernetzt
Die von Isstas voran getriebene Vernetzung der Schule in der Stadt hob Bürgermeisterin Rita Schilling hervor. Schließlich sei Oldenburg auf dem Gebiet des Hörens überdurchschnittlich kompetent. Auch der HNO-Experte Dr. Rüdiger Schönfeld lobte für das „Oldenburger Netzwerk Hören“ die fruchtbare Zusammenarbeit mit Universität, Hörzentrum, Fachhochschule und Evangelischem Krankenhaus. Pädagogen und Mediziner lernten im Sinne der Schüler voneinander.
Im Sinne der Schüler ist auch der intensive Kontakt, der sich zur Partnerschule in Madrid entwickelt hat. Schülervertreterin Melek Yelkiran: „Natalie hat gesagt: ,Die Madrid-Fahrt hat alles getoppt. Das werde ich mein Leben lang nicht vergessen – und so denken wir alle.“ Auf diesen Fahrten hätten die Schüler den Schulleiter „als guten und lieben Kumpel“ erlebt. Auch wenn er jetzt als Schulleiter ginge, fragten sie: „Herr Isstas, wann fahren wir wieder mit Ihnen nach Madrid?“
