OLDENBURG - Leise Hoffnung für Maryam Noor: Die aus Kenia stammende Frau, die um die Zusammenführung mit ihren in Kenia lebenden Kindern kämpft (NWZ berichtete), muss möglicherweise doch nicht per DNA-Test nachweisen, dass es sich bei Aisha (11) und Yassin (10) um ihre leiblichen Kinder handelt. Wenn die in Kenia vorhandenen Papiere die Mutterschaft nachvollziehbar erkennen ließen und „Beweiskraft“ hätten, könne man auf die Prüfung des Erbguts verzichten, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts der NWZ .
Erbgut-Test nicht zwingend
Trotz der oft unklaren Dokumentenlage in Kenia sei ein DNA-Test nicht zwingend, sagte der Sprecher. Es komme auf den Einzelfall an. Damit widersprach er der Aussage von Ralph Wilke vom Bürger- und Ordnungsamt Oldenburg. Der auch für die Ausländerbehörde zuständige Stadtbeamte hatte sich auf NWZ -Nachfrage zu den Hintergründen des DNA-Tests auf eine „Regelung des Auswärtigen Amts“ bezogen, nach der bei Familienzusammenführungen mit Angehörigen aus Kenia zwingend Erbgut-Tests vorgeschrieben seien.
Botschaft prüft bereits
Thomas Massanetz, der Lebensgefährte von Noor und Vater des gemeinsamen Sohnes Sven Niklas (3), erfuhr bei der Botschaft in Kenias Hauptstadt Nairobi, dass die Prüfung der Papiere seit Anfang des Monats in Gang sei. Wann mit einem Ergebnis zu rechnen sei, war nicht zu erfahren. Widersprüche gibt es zudem in den Darstellungen von Stadt und Auswärtigem Amt über die Frage, wer über die Familienzusammenführung entscheide. Die Stadt hatte betont, dass sie im Verfahren nur „beteiligt“ sei, die Entscheidung über ein Visum zum ständigen Aufenthalt in Deutschland aber bei der Botschaft liege. Der Sprecher des Auswärtigen Amts betonte, dass „die Zustimmung der kommunalen Ausländerbehörde für eine Visaerteilung zwingend notwendig sei“. Sie führe nicht zwangsläufig zum Visum, aber der Erfahrung nach in den meisten Fällen.
Reise nach Kenia
Massanetz berichtete, dass er und Maryam Noor am 20. Oktober nach Kenia fliegen, um die Kinder zu besuchen. Sie hätten viele Spenden erhalten, von Fremden, aber auch von Arbeitskollegen. „Wenn wir das Geld nicht für den DNA-Test brauchen, geben wir es zurück“, sagte er. Es habe aber Spender gegeben, die das nicht wollten: „Die sagten, wir sollten das für die Kinder behalten.“
