OLDENBURG - „Hurra – endlich Ferien“ – nicht nur zu Ostern, sondern insbesondere im Sommer freuen sich auch die Oldenburger Schülerinnen und Schüler auf die verdiente Auszeit und werden immer unruhiger, je näher der erste Ferientag rückt. Während sie sich auf die Zeit ohne Lehrer und Lerndruck freuen, ist es für die Eltern angesichts der Länge der Ferien oft ein Problem, die Betreuung der Kinder zu organisieren. Sie müssen sich frühzeitig um Urlaub bemühen und diesen mit ihren Kollegen absprechen.

Bei der Koordination der verschiedenen Urlaubsinteressen kommt gerade bei den Sommerferien neben deren Länge eine weitere Tatsache erschwerend hinzu. Während der Urlaub der meisten Arbeitnehmer zumeist eher an einem Montag beginnt, gibt es in Niedersachsen seit eh und je mittwochs Zeugnisse – der erste Ferientag ist stets ein Donnerstag.

Neben verkehrstechnischen Gründen gibt es für den Ferienstart mitten in der Woche eine weitere Erklärung. Und Schuld ist Bremen. Die Hansestadt bildet mit Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen eine Ländergruppe mit jeweils gleichem Starttag der Sommerferien.

Für das Kultusministerium von Bremen ist allerdings weniger der Beginn der Ferien, als viel mehr deren Ende entscheidend. „Sie legen bei der Festlegung der Termine großen Wert darauf, dass die Lehrer vor dem neuen Schuljahr drei echte Arbeitstage haben, um sich auf den Unterricht vorzubereiten“, erläutert Jessica Laß vom Niedersächsischen Kultusministerium.

„Das macht auf jeden Fall Sinn. Es gibt sicher kaum Lehrer, die sich bis zum letzten Atemzug im Urlaub befinden“, meint Helmut Westerholt, Lehrer am Oldenburger Herbartgymnasium, und fügt an: „Gerade auch, um Konferenzen durchführen und wichtige organisatorische Dinge erledigen zu können, sind diese drei Tage gut zu gebrauchen.“

„Manchen Eltern kommt es wirklich wie Unsinn vor, dass das Schuljahr kurz vorm Wochenende startet“, berichtet Silke Hambrock, „die beiden Tage könnte man sich auch sparen.“ Die stellvertretende Vorsitzende des Stadtelternrats in Oldenburg gewinnt dem Ferienstart mitten in der Woche durchaus aber auch positive Aspekte ab: „Auf diese Weise können sich die Schüler langsam wieder an die Schule gewöhnen und sich in den beiden Tagen erst einmal wieder neu sortieren.“