OLDENBURG - „Das Neue Gymnasium kann die erneut aufflammende Diskussion um einen 4. IGS-Standort am Schulzentrum Alexanderstraße nur mit großer Verwunderung zur Kenntnis nehmen“, schreibt Schulleiter Wieland Herold in einer Reaktion auf weitere IGS-Pläne.

Die jüngste von der Stadt in Auftrag gegebene Stellungnahme von Professor Tillmann aus Bielefeld zeige deutlich, dass von einer stabilen Nachfrage nach mindestens 20, eventuell sogar 21 gymnasialen Klassen auszugehen sei. Langfristig sehe Tillmann sogar eine weiter anwachsende Nachfrage nach gymnasialen Plätzen. Auch die Einrichtung einer dritten Gesamtschule habe nichts am hohen Anteil von 45 Prozent der Eltern verändert, die für ihr Kind einen gymnasialen Platz beanspruchten. Schon die Planung für das kommende Schuljahr zeige deutlich, dass nur durch Aufstockung der Zügigkeit am Neuen Gymnasium und in Eversten den Elternwünschen entsprochen werden könne.

Herold: „Unter diesen Umständen eine vierte Gesamtschule in Eversten oder an der Alexanderstraße zu planen, macht keinen Sinn. Die gymnasialen Plätze an beiden Standorten müssen erhalten bleiben, denn auch dieser Elternnachfrage muss entsprochen werden.“

In die Debatte um die Einrichtung einer vierten IGS sollten die Erfahrungen mit den neu konzipierten Oberschulen einfließen, die „mit ihrer Konzeption wahrscheinlich den Nachfragedruck im Gesamtschulbereich entlasten werden“, so Herold. Es sei auch zu fragen, „wie überhaupt der notwendige gymnasiale Anteil für eine vierte Gesamtschule zustande kommen soll, schon Kreyenbrück erreicht nicht die eigentlich nötigen gymnasialen Anmeldungen“.

Wie unbefriedigend das Arbeiten unter den aktuellen Zulassungsbedingungen für Gesamtschulen sei, lasse sich auch an Kreyenbrück ablesen. Diese „Gesamtschule light“ mit unzureichender Stundenausstattung für den Ganztagsbetrieb sei auch für Eltern nicht attraktiv. Wenn es nur um Ganztagsversorgung der Kinder gehe, böten alle Oberschulen und inzwischen auch fast alle Gymnasien eine Ganztagsbetreuung an, die aktuell weiter ausgebaut werde, wie die Einrichtung weiterer Ganztagsgruppen zum neuen Schuljahr zeigten.

Mit Blick auf eine mögliche Sechszügigkeit der IGS Flötenteich ab 2013/14 erübrige sich aus seiner Sicht eigentlich die Diskussion. „Was wir brauchen, ist nicht eine vierte Gesamtschule und Diskussionen über Schulschließungen, sondern die nötige Ruhe auch von Seiten der Kommunalpolitik, um unserem Kerngeschäft, dem Unterrichten der uns anvertrauten Schülerinnen und Schüler, nachgehen zu können.“