OLDENBURG - Die dritte Integrierte Gesamtschule soll ihren Standort in Kreyenbrück finden – an den Standorten Brandenburger Straße und Kneippstraße –, und die Realschule Hochheider Weg soll auslaufen. Das ist keineswegs eine Entscheidung, aber es ist die Empfehlung des von der Stadt in Auftrag gegebenen Gutachtens zur weiteren Entwicklung der Schullandschaft in Oldenburg.
Verantwortet wird das Gutachten von Prof. Dr. Klaus-Jürgen Tillmann vom Kompetenzzentrum Soziale Dienste an der Universität Bielefeld gemeinsam mit Lore Puntigam von der Stadt Oldenburg (Projekt Weiterentwicklung der Bildungslandschaft).
Das Gutachten mit seinen „Szenarien und Empfehlungen“ wurde von Schuldezernent Martin Schumacher als „gute Diskussionsgrundlage“ bezeichnet, die nun in den Gremien behandelt werden müsse (die NWZ berichtete). So lange werden die Betroffenen aber nicht warten. Das zeichnete sich am Mittwoch bei einer ersten Demonstration mit 300 Schülern in Kreyenbrück ab, zu der die Schüler und Schülerinnen der Realschule Kreyenbrück zum Erhalt ihres Standortes aufgerufen hatten.
Weitere Demonstrationen von Befürwortern und Gegnern einer IGS in Kreyenbrück folgen am 1. September an der Cäcilienschule. Dorthin ist die Schulausschusssitzung wegen des erwarteten Andrangs verlegt worden (17 Uhr).
Das Gutachten geht davon aus, „dass die Schließung von zwei Hauptschulen und zwei Realschulen sinnvoll und notwendig“ sei – dies entspreche auch der Sicht „der Schulleiter dieser Schulformen“. Obwohl dies die „Schließung der größten Realschule“ und das „Auslaufen der größten Hauptschule“ bedeuten würde, spricht sich das Gutachten für einen IGS-Standort Kreyenbrück aus. Eines der Hauptargumente ist die „Bildungsbenachteiligung des Stadtteils Kreyenbrück“. Außerdem könne so in Osternburg „die einzige bereits kooperierende Haupt- und Realschule erhalten werden“.
Allerdings würde dort dann „die Verdrängung des Außenstandortes des AGO durch Mehrbedarf wahrscheinlich“. Die Haupt- und Realschule Osternburg „könnte bis zu 6-zügig werden – vier Züge Realschule und zwei Züge Hauptschule“. Ein Erhalt des Außenstandortes des Herbartgymnasiums sei bei zusätzlichen Investitionen an der jetzigen Hauptschule Kneippstraße möglich.
Die Einrichtung einer dritten IGS werde vermutlich u.a. zur Reduzierung „auf Dreizügigkeit bei zwei Innenstadtgymnasien“ führen.
Der durch die IGS erwartete Rückgang an den Realschulen soll mit dem Auslaufen der Realschule Hochheider Weg beantwortet werden. „Die verbleibenden Haupt- und Realschulen an den Standorten Ofenerdiek und Eversten sollen nach dem Vorbild der Kooperativen Haupt- und Realschule Osternburg zusammengeführt werden.“
Der Schulelternrat des Herbartgymnasiums sprach sich am Mittwoch ausdrücklich gegen eine IGS im Schulzentrum Kreyenbrück und damit auch „gegen die Zerschlagung des bisherigen hochwertigen Schulangebotes“. Das Gutachten beachte „weder die Einführung des G8-Abiturs an Gesamtschulen noch weitere Voraussetzungen und Daten“. Auch die erfolgreiche Zusammenarbeit der drei Schulformen in Kreyenbrück werde ignoriert.
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