OLDENBURG - Die Landesschulbehörde hat eine Integrierte Gesamtschule (IGS), beginnend mit dem Jahrgang 5, am Standort Kreyenbrück zum 1. August 2010 genehmigt, wie die Stadt am Freitag berichtete. Die IGS ist von Klasse 5 bis 10 fünfzügig zu führen.
„Diese Entscheidung ist ein wichtiger Meilenstein für die Bildungsqualität in unserer Stadt“, so Schuldezernent Martin Schumacher. Oberbürgermeister Gerd Schwandner sagte: „So können wir dem deutlich geäußerten Willen der Erziehungsberechtigten entsprechen.“ Nach Rechnung der Stadt standen zu diesem Schuljahr „214 IGS-Plätze in den fünften Jahrgängen einer Nachfrage von 488 Plätzen entgegen“.
Gleichzeitig wird die Landesschulbehörde die Aufhebung der Hauptschule und der Realschule Kreyenbrück genehmigen. Ab 1. August 2010 dürfen keine neuen Jahrgänge 5 mehr aufgenommen werden. Die Jahrgänge 6 bis 10 laufen bis zum 31. Juli 2015 aus. Schumacher: „Nun wird es darum gehen, den Schülern beider Schulen weiterhin ein gutes schulisches Angebot zu erhalten.“
Die IGS-Befürworter jubelten nach Bekanntwerden der Nachricht. „Für die Grünen ist das ein toller Erfolg“, so der Fraktionsvorsitzende Kurt Bernhardt. „Wir sind nicht den Irrweg einer erneuten Befragung gegangen und können heute als Grüne Erfolg vermelden – natürlich mit allen, die im Pro-IGS-Boot gerudert sind.“ Auch die SPD-Landtagsabgeordneten Wolfgang Wulf und Jürgen Krogmann begrüßten den „großen bildungspolitischen Erfolg“. Krogmann: „Ich wünsche den Planerinnen und Planern nun eine glückliche Hand.“ Es komme auf die Ausstattung der IGS, aber auch auf den Umgang mit den dort auslaufenden Schulen an.
Der CDU-Fraktionsvorsitzende Hans-Jürgen Klarmann kritisierte den Verzicht auf eine erneute Befragung angesichts der veränderten Rahmenbedingungen. Die CDU-Schulpolitikerin Esther Niewerth-Baumann sagte: „Hier werden zwei gute Schulen, die größte Realschule und die größte Hauptschule, geopfert und die Angebotsvielfalt vor Ort zerstört.“ Auch die Herbart-Außenstelle sei auf Dauer vermutlich gefährdet.
Jörg Behrens, Leiter der Realschule Kreyenbrück, sagte am Abend: „Das war für mich kein sauberer Prozess. Für die Realschule Kreyenbrück ist das ein trauriger Tag.“
