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NWZonline.de Ratgeber Beruf & Bildung

Kann ihr „Umwelt-Navi“ unsere Luft verbessern?

29.10.2019

Oldenburg Carl steht vor dem Uni-Campus Haarentor in Oldenburg und möchte mit dem Rad zum Bahnhof fahren. Doch Carl hat Asthma und die kürzeste Strecke über die Ammerländer Heerstraße, Ofener Straße, Heiligengeistwall und Moslestraße eine hohe Feinstaubbelastung. Carl hat eine Alternative: Auf seinem Smartphone öffnet er die App „RiO“ (Abkürzung für Routing in Oldenburg), die elf Studierende der Masterstudiengänge Informatik und Wirtschaftsinformatik der Universität Oldenburg im Rahmen eines Projektjahres entwickelt und nun vorgestellt haben.

Hier geht es zur Homepage: Routing in Oldenburg

Das Navigationssystem schlägt Carl drei Strecken vor, die quer durch die Stadt führen – und die belasteten Hauptstraßen meiden. Unser Protagonist wählt die Route Artillerieweg, Infanterieweg, Jägerstraße, Ziegelhofstraße, Humboldtstraße, Kreuzstraße, Alexanderstraße, Lindenstraße, Milchstraße, Karlstraße.

Diese Route hat „RiO“ berechnet. Dabei werden Hauptstraßen gemieden.

Das ist zwar sicher nicht die kürzeste Strecke, hier sind laut App die Feinstaubwerte zum Zeitpunkt von Carls Fahrt jedoch am geringsten. Und damit am besten für seine Gesundheit.

Sensoren in Oldenburg

Damit „RiO“ aktuelle Umweltdaten für seine Berechnungen nutzen kann, haben die Studenten 30 Sensoren gebaut und an verschiedenen Standorten in Oldenburg installiert. Diese messen alle 145 Sekunden die Feinstaubbelastung und könnten, theoretisch, später durch weitere Sensoren erweitert werden, die beispielsweise Radioaktivität, Pollenflug oder auch den Stickoxidgehalt der Luft messen. Das ist allerdings noch Zukunftsmusik.

Feinstaub

Feinstaub besteht aus einem komplexen Gemisch fester und flüssiger Partikel und wird abhängig von deren Größe in unterschiedliche Fraktionen eingeteilt.

Unterschieden werden PM10 mit einem maximalen Durchmesser von 10 Mikrometer (µm), PM2,5 und ultrafeine Partikel (Durchmesser weniger als 0,1 µm).

In erster Linie ging es bei dem einjährigen Projekt unter der Betreuung von Prof. Dr. Andreas Winter, Prof. Dr.-Ing. Oliver Theel und Dilshod Kuryanzov darum, den Grundstein für ein Umweltinformationssystem zu legen. Mit rund 30 Sensoren ist die Abdeckung in der Huntestadt jedoch noch dürftig. Damit der entwickelte Algorithmus eine möglichst gesunde Route berechnen kann, sind mehr Messgeräte nötig.

Die Studenten hoffen daher auch auf Unterstützung aus der Bevölkerung: „Ein Sensorbaukasten kostet rund 40 Euro. Auf der Homepage wird exakt beschrieben, wie diese zusammengebaut und ans Netz angeschlossen werden können“, erklärt Christian Linder, einer der elf Nachwuchs-Entwickler.

Die Navigations-App selbst ist vorerst nur auf Android-Geräten installierbar und über die „RiO“-Homepage zu bekommen. Auf der Internetseite sind zudem die aktuellen Messwerte in Oldenburg einsehbar und können beispielsweise als sogenannte „Heatmap“ angezeigt werden. Dabei werden Gebiete entsprechend der Feinstaubbelastung eingefärbt.

Erst am Anfang

Für Prof. Oliver Theel, der die Idee für das Projekt hatte und die Studierenden bei der Umsetzung betreute, hat „Rio“ großes Potenzial: „Die Studierenden haben ein quasi fertiges Produkt entwickelt, das für viele Städte wie Oldenburg sehr interessant sein dürfte – auch als Bürgerprojekt.“ Der Informatiker fände es „sehr schade, wenn die tolle Arbeit nun in der Schublade verschwinden würde.“

Dr. Michael Stadler, Manager bei BTC, findet das Ergebnis der Studenten ebenfalls „beeindruckend“. Zusammen mit der Nowetas-Stiftung und dem Unternehmen Embeteco hat die EWE-Tochter die Studenten finanziell bei der Entwicklung unterstützt. Dabei soll es nicht bleiben: „Wir planen einen Workshop zusammen mit unseren Entwicklern um zu sehen, wie es weitergehen kann.“

„RiO kann viele Probleme lösen“, ist Prof. Theel überzeugt. Denn der Routenplaner ist nicht nur für Radfahrer gedacht: „Das System kann natürlich auch von Autofahrern genutzt werden, die Feinstaubbelastete Gebiete umfahren und somit entlasten möchten um dort das Gesundheitsrisiko zu verringern“, sagt Christian Linder.


Mehr Infos zum Projekt unter:   www.uol.de/r/rio 
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Christian Ahlers Redakteur / Online-Redaktion
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