Oldenburg - „Wir sind dran! Wir sind dran!“ Beim fünften Oldenburger Solar-Cup im Famila Einkaufsland Wechloy war die Begeisterung bei den teilnehmenden Teams und auch bei den Zuschauern groß. Ein Moderator versetzte das Einkaufsland in Formel-1-Atmosphäre, als die Teams mit ihren selbst gebauten Solarmobilen gegeneinander antraten. Die Schüler bauten die Mobile, die einzig durch Solarenergie angetrieben werden, selbstständig im Rahmen des Unterrichts oder in Arbeitsgemeinschaften.

Insgesamt 47 Schülerteams, von der Grundschule bis zur Berufsschulklasse, aus dem Oldenburger Raum mussten sich im eisernen Wettkampf gegen die anderen Mobile durchsetzen. Dabei trafen je drei Teams an der Rennbahn aufeinander und mussten beweisen, dass ihr Mobil das schnellste und beste ist. Die Teams waren je nach Klassenstufe in drei Läufe eingeteilt und mussten verschiedene technische Anforderungen meistern.

Während die Solarmobile der jüngeren Teams am Ende der Bahn umgesetzt werden durften, bevor sie zurückfuhren, mussten die Mobile der älteren Schüler einen Tunnel durchfahren und brauchten dafür einen besonderen Speicher. Schon die kleinsten technischen Fehler konnten den Erfolg der Teams riskieren. Die Gewinner der einzelnen Alterskategorien erhielten am Ende ein Preisgeld für ihre Klassenkasse.

Bewertet wurde aber nicht nur Schnelligkeit – eine Kreativ-Jury vergab außerdem einen Preis für das Modell mit dem originellsten Gesamtkonzept. Da in diesem Jahr Nachhaltigkeit und Ökologie wichtige Aspekte des Wettbewerbs waren, legte die Jury auf diese Punkte ganz besonders viel Wert. Viele Schüler kauften deshalb außer den Motoren nichts dazu, sondern bauten mit Holz, Papier, alten CDs und anderen Materialien.

Neben der Rennbahn konnten Besucher sich gebastelte Plakate der Teams anschauen, auf denen sie ihre Mobile und den Entwicklungsprozess vorstellten. Außerdem hatten Sponsoren und Veranstalter Informationsstände zu erneuerbaren Energien aufgebaut.

Ausgerichtet wird der Solar-Cup nun schon seit fünf Jahren vom Oldenburger Energiecluster OLEC gemeinsam mit dem Regionalen Umweltbildungszentrum Oldenburg (RUZ), dem VDE/VDI Region Nord-West und dem BFE sowie dem Famila Einkaufsland Wechloy. „Ich bin jedes Jahr wieder begeistert, den Schülern und Schülerinnen dabei zuzusehen, wie sie die Mobile ausprobieren, an denen sie so lange gearbeitet haben“, erzählt Thorsten Janßen, Vorsitzender der VDE. „Wir wollen die Schüler an Technik heranführen und ihnen das Thema der erneuerbaren Energien näher bringen.“

Auch Christel Sahr aus der Kreativjury ist begeistert davon, wie die Kinder und Jugendlichen an ihren Mobilen basteln und an den Aufgaben wachsen. „Es ist toll, wie stolz sie ihre Ergebnisse präsentieren und wie sie den ganzen Prozess der Entwicklung solch eines Autos miterleben. Sie lernen aus ihren Fehlern.“ Auch die Teamarbeit ist laut Sahr ein wichtiger Effekt des Projekts. „Das wird heutzutage im Beruf immer wichtiger.“

Auch den Schulen kommt das Projekt gelegen, um den Unterricht praktischer zu gestalten. „Bei uns ist das Projekt Teil des Profilfachs Technik, das die Schüler vier Stunden in der Woche haben“, erklärt Jens Labohm, Lehrer an der Oberschule Osternburg. „Dort geht es unter anderem auch um erneuerbare Energien. Vor allem wollen wir Berufsorientierung bieten und die Schüler für technische Berufe begeistern.“