OLDENBURG - OLDENBURG - „In der elften Klasse arbeiten bei uns alle Schüler das ganze Jahr über an einem eigenen Projekt. Ich war schon lange Fördermitglied bei Unicef, also habe ich beschlossen, das Thema Bildung in Krisen- und Katastrophenregionen zu meinem Projekt zu machen.“
Wenn Katharina Kallage von ihrer Spendenaktion redet, klingt es nicht, als ob sie etwas Außergewöhliches geleistet hätte. Dass sie jetzt für die Wahl zur Unicef-Jugendbotschafterin vorgeschlagen wurde, beweist das Gegenteil. 2134, 83 Euro hat sie bei Schülern, Eltern und Lehrern der Waldorfschule gesammelt.
„Ich habe in jeder Klasse der Schule einen Vortrag gehalten und erklärt, wie schwierig es ist, zum Beispiel in den Tsunami-Gebieten eine Schule zu unterhalten oder wieder aufzubauen“, erklärt die 17-Jährige. „Dann habe ich alle Schüler gebeten, über sechs Monate hinweg jeden Monat einen Euro zu spenden.“ Von 400 Mitschülern haben sich 315 beteiligt. „Ich habe nicht in jedem Monat von allen das Geld bekommen, aber nur durch die Sammlung bei den Schülern sind 1748 Euro und ein paar Cent zusammen gekommen“, freut sich Katharina Kallage. Auch die Lehrer ihrer Schule hat sie einbezogen.
„Wir haben verabredet, dass die Lehrer Kopierkosten sparen. Das Geld sollte dann in meine Spendenkasse gehen.“ Daraus wurde leider nichts, die Zahl der Kopien an der Waldorfschule wurde nicht geringer. Ob das daran liegt, dass die Lehrer an dieser Schule sowieso nur das Nötigste kopieren, wollte die Schülerin nicht beurteilen. „Das weiß ich nicht“, sagt sie mit einem Lächeln, „aber die Lehrer haben jetzt halt direkt gespendet.“
Auch bei Elternabenden und beim Martinsmarkt der Schule kam noch eine hübsche Summe zusammen, so dass Kallage am Ende die 2000-Euro-Marke knacken konnte. Dafür werden jetzt zehn „Schulen in der Kiste“ in Krisenregionen verschickt. Mit Heften, Stiften und Unterrichtsmaterial sollen Kinder neben einer Ausbildung auch ein Stück Alltag gewinnen.
Jetzt will sich die Schülerin erst mal auf ihre eigene Bildung konzentrieren: „So ein Projekt macht doch ziemlich viel Arbeit. Aber wenn ich mit der Schule fertig bin, will ich ins Ausland gehen und vielleicht bei einer Hilfsorganisation mitarbeiten. Dass ich später mal mit Kindern arbeite, ist auf jeden Fall sicher.“
