OLDENBURG - Ist die Stadt der Wissenschaft bereits voll von Bürgern mit Lust auf Wissenschaft? Nach den ersten vier Monaten könnte man schon mal auf diesen Gedanken kommen, so voll waren Veranstaltungen wie die Kinder-Uni, der Zukunftsvortrag von Jesco von Puttkamer oder die Unter-Wasser-Liveübertragungen von Lamberti-Konzerten ins Olantis. Steigerungen nach oben sind aber noch möglich, „und jetzt, da es nach draußen geht, wird das Interesse noch viel größer werden“, ist Rainer Lisowski, Projektleiter der Übermorgenstadt, sicher.
„Populär, nicht seicht“
Der Oberbürgermeister der Übermorgenstadt ist jedenfalls schwer begeistert von dem, was war und was im neuen Viermonatsprogramm alles angekündigt wird: „Was diese Veranstaltungen bieten, ist wissenschaftlich populär, ohne seicht zu sein“, findet Oberbürgermeister Gerd Schwandner, der als Wissenschaftler wissen müsste, wovon er spricht. „Es ist doch gut, dass man Wissenschaft auf diese Art erleben kann und sie zugleich auch mal kritisch betrachten kann.“
Dass das Programm der Übermorgenstadt „kein Vorlesungsverzeichnis“ (Lisowski) ist, sondern ein sich ständig verändernder kleiner Kosmos der populären Information, beweisen die nächsten Monate. Da werden mit Gastronomen und Medizinern zwei Gruppen ins Boot geholt, die bisher gar nicht oder nur am Rande beteiligt waren, da wird die Innenstadt an nahezu jedem Wochenende zur Spielwiese für experimentierfreudige Wissenschaftler, und da nutzen (wie beim IT-Quartierstag am 21. August) ganze Stadtteile das Programm zur Selbstdarstellung.
Großes Los gezogen
Die Nachfrage nach Karten für die großen und kleinen Ereignisse in der Vergangenheit haben belegt, dass Oldenburg mit dem Zuschlag der Stadt der Wissenschaft ein gutes Los gezogen hat. „Das war uns von Beginn an klar“, meint Gerd Schwandner, wohl wissend, dass das Projektteam und die anderen Veranstalter viel Mühe und Einsatz ins Gelingen des Wissenschaftsjahres stecken.
Mit dem Sommer kommt nun auch die Phase der vielen Gratisveranstaltungen. Traumgärten, Experimentiermeile oder der Nachbau eines Messpfahls aus dem Wattenmeer vor dem PFL dürften Publikumsmagneten werden und sollten damit auch das stark ins Geschehen eingebundene City-Management freuen. Und selbst wer für die Übermorgenstadt Eintritt zahlen muss wie bei der Wissenschaftsgeisterbahn oder dem Roboter-Festival „Ich-Maschine“, könnte ein Gewinner sein: Wissen kann man doch immer gut gebrauchen.
Ein Spezial zur Übermorgenstadt gibt es unter www.NWZonline.de/stadtderwissenschaft
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