OLDENBURG - Die Universität kämpft um ihre Studierenden. „Im Wintersemester 2008/09 ist deren Zahl erstmals knapp unter 10 000 gerutscht – auf 9956“, sagte Prof. Dr. Mathias Wickleder im Ausschuss für Wirtschaftsförderung, der an der Uni tagte. Wickleder ist kommissarischer Vizepräsident für Forschung und Lehre. Die SPD hatte nach der Entwicklung an der Hochschule gefragt.

Nachdem die kommissarische Präsidentin Dr. Heide Ahrens über die Neubau- und Erhaltungsplanungen berichtet hatte, ging Wickleder auf den Rückgang bei den Studierenden ein. „Das neue Bachelor/Master-System macht eine intensivere Betreuung nötig, sodass wir gar nicht so viele aufnehmen können.“ Außerdem schlage sich nieder, dass viele Bachelor-Studiengänge in Deutschland noch nicht so weit seien, was sich auf die Nachfrage nach den anschließenden Master-Studiengängen auswirke. Zudem hätte Oldenburg – wie andere Unis – „Optimierungsbedarf“ im Leistungs- und Prüfungssystem. Die vielen strengen Prüfungen im Bachelor führten zu oft zum Abbruch. Die Konkurrenz zu Bremen – auch in Bezug auf Studiengebühren – spiele indes eine untergeordnete Rolle, so Wickleder.

Durch die inzwischen hohe Kompatibilität der Studiengänge in den Städten ziehe es heute außerdem nicht wenige Studenten (70 Prozent kommen aus Oldenburg und dem Umland) nach dem Bachelor „von Oldenburg nach Berlin, Köln, Hamburg oder München, die als attraktiver empfunden werden“. Insofern „müssen wir auch die Stadt attraktiver machen und viel stärker nach außen bewerben“. Aber auch die Alleinstellungsmerkmale der Universität – etwa in der Forschung – könnten deutlicher herausgestellt werden.