OLDENBURG - Auf Unverständnis stößt der Plan der VWG, die Sammelfahrten aus Dietrichsfeld (zum Schulzentrum Ofenerdiek) und aus Krusenbusch/Bümmerstede/Kreyenbrück (zum Schulzentrum Kreyenbrück) einzustellen. Sie werden täglich von 500 Kindern genutzt, die sonst „einen wesentlich weiteren und auch gefährlicheren Schulweg hätten“, so die Wählergemeinschaft für Oldenburg (WFO), die sich für den Erhalt der seit 15 Jahren bestehenden Einrichtung stark macht.

Kinder aus Dietrichsfeld, die zur Haupt- oder Realschule in Ofenerdiek fahren, müssten – statt mit dem jetzigen Extrabus auf schnellstem Weg nach Ofenerdiek – dann erst mit dem Linienbus in die Innenstadt zum ZOB fahren, dort umsteigen und wieder hoch in den Stadtnorden nach Ofenerdiek. „Statt bisher zehn Minuten wären die Kinder dann locker eine Dreiviertelstunde unterwegs“, schätzt WFO-Politiker Manfred Drieling. Schüler, die aufs Rad umstiegen oder zu Fuß gingen, „hätten bei mangelnder Schulwegsicherung gefährliche Fahrbahnen zu überqueren“, so die WFO.

Hintergrund ist der Druck der Stadt auf die VWG, ihr Minus zu verringern. VWG-Marketingleiter Morell Predoehl sagte, das Unternehmen müsse „in jeder Ecke gucken, wo gespart werden kann“. Die Kosten für die Fahrten lägen bei 200 000 Euro im Jahr. Ob die Politik zustimme, liege nun daran, ob die Änderung als zumutbar angesehen werde, so Predoehl.

Nicht nachvollziehbar ist der Plan auch für die Leiterin der Hauptschule Ofenerdiek, Antoinette Otte. Es gebe viele Kinder aus Dietrichsfeld, die sich ganz bewusst für diese Haupt- und Realschule entschieden. Wenn ihnen der Weg dorthin nun so schwer gemacht würde, könne das die Schule ausbluten, fürchtet Otte. Da die Stadt aber in den Schulkomplex investiert hat, sei der Plan umso fragwürdiger. Für Johann Fischer, Leiter der Grundschule Dietrichsfeld, käme diese Regelung für seine ehemaligen Viertklässler „einem Schildbürgerstreich gleich“.