OLDENBURG - OLDENBURG - Bis vor wenigen Monaten verlief Mikes Leben völlig normal: Schulabschluss an der Realschule Eversten, seit August vergangenen Jahres Fachoberschule Sozialwesen und Familienpflege, Fußball in der A-Jugend vom VfL Oldenburg. Doch dann fühlte sich der 17-Jährige immer schlechter, ging zum Arzt, ließ sich untersuchen. Und dann kam im Februar die niederschmetternde Diagnose. „Leukämie, Blutkrebs“, berichtete Dr. Hermann Müller vom Klinikum Oldenburg gestern während einer Pressekonferenz im Alten Rathaus. Der Arzt sieht gute Heilungs-Chancen für Mike, auch wenn sein Patient an einer äußerst seltenen Leukämieform erkrankt ist. „Der Erfolg der Behandlung kann durch eine Stammzellenplantation noch deutlich verbessert werden“, sagte Müller weiter. Dafür werden Stammzellenspender gesucht.
Kulturminister Lutz Stratmann und Oberbürgermeister Gerd Schwandner warben gestern gemeinsam als Schirmherren für eine Typisierungsaktion. Am Sonntag, 15. April, sollen möglichst viele Bürger und Bürgerinnen von 10 bis 16 Uhr ins Neue Gymnasium, Alexanderstraße 90, kommen. Dort kann man testen lassen, ob man als Stammzellenspender für Mike in Frage kommt. „Unter den weltweit 10 000 000 registrierten Spendern hat sich keiner gefunden, auf den die Merkmale von Mike passen“, erläuterte Müller. Auch in der Familie des Jungen verlief die Suche ergebnislos“, berichtete der Arzt weiter.
Mike kann sich auf die Hilfe seiner Verwandten, Freunde und Bekannten verlassen. „Die Hilfsbereitschaft ist überwältigend“, freut sich Miriam Dehn von der Initiativgruppe, die die Typisierungsaktion plant. In der Aula der Schule wird den potentiellen Spendern jeweils fünf Millimeter Blut abgenommen, die Blutgruppen des Spenders und Empfängers müssen nicht identisch sein.
„Jede Typisierung kostet 50 Euro“, sagt Sonja Simentschitsch von der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS). „Die Daten werden streng vertraulich behandelt“, erläuterte die DKMS-Sprecherin weiter. Spenden kann jeder, der zwischen 18 und 55 Jahre, mindestens 50 Kilogramm schwer und gesund ist. 17-Jährige dürfen sich zwar testen lassen, aber erst mit 18 spenden.
Doch vor der Spende kommt die Typisierung, und da hoffen alle auf eine rege Beteiligung am 15. April.
