OLDENBURG - An einigen staatlichen Schulen gibt es schon einheitliche Kleidung. Oldenburger Schüler und Lehrer sehen Vor-und Nachteile.
Von Karsten Röhr
OLDENBURG - Immer mehr blaue Farbtupfer gesellen sich ins bunte Schulbild am Gymnasium Eversten. Seit kurzem können die Schüler blaue Polo-Shirts mit dem Logo und Schriftzug der Schule kaufen. Auch weiße T-Shirts mit blauen Ärmeln gibt es. „Einige Hundert wurden bereits verkauft“, sagt Schulleiter Günther Hoyndorff, der die Schulkleidungs-Aktion begrüßt. „Ich stehe dem offen gegenüber: Der Markenzwang wird gemildert. Auch wenn es keine grundlegenden Probleme löst, ist es überlegenswert.“Der entscheidende Gedanke sei am GEO zwar, „dass wir damit die Verbundenheit mit unserer Schule deutlich machen wollen“. Aber auch ansonsten gebe es viele Vorteile. Allerdings müsse den Schülern die Kleidung gefallen – am GEO hatte es vorher einen Wettbewerb gegeben. Eine Kleiderpflicht komme nicht in Betracht.
Auch für Marlies Ramien, stellvertretende Leiterin der Haupt- und Realschule Osternburg, bleibt die Freiwilligkeit oberstes Gebot. Nach der Stimmung in der Schülerschaft sei einheitliche Kleidung für die über 600 Schüler aber „nicht realistisch“ – sie sei eher was für Grund- und andere kleine Schulen.
Eine Mehrheit für Uniformen oder einheitliche Kleidung hält auch NGO-Leiter Wieland Herold für „fraglich“. Ihn selbst erinnere das Thema unangenehm an die Uniform der Jungen Pioniere, gegen die er sich in der Schulzeit heftig gewehrt habe.
Robin Lienau, der die 12. Klasse der Helene-Lange-Schule besucht, ist „grundsätzlich gegen Schuluniformen in Form von autoritärer Kleidung wie Anzügen. Aber die einheitlichen T-Shirts, wie es sie auch schon an einer Hamburger Schule gibt, finde ich aus Protest gegen den Marken-Druck in Ordnung.“ Allerdings hätten die verschiedenen Gruppen wie Disco-Gänger oder Skater dann weniger Möglichkeiten zu zeigen, wohin sie gehören.
Nikola Müller, die die Oberstufe des AGO besucht, sagt: „Eigentlich finde ich das gar nicht so schlecht, aber ich glaube nicht, dass das durchsetzbar wäre, und vielleicht würde es auch gar nicht soviel bringen – wegen der ganzen anderen Sachen, die man dann trotzdem noch trägt wie Uhren, Handys und so.“ Rijke aus der fünften Klasse des GEO findet die neuen Sachen auch gerade deshalb attraktiv, weil sie noch nicht alle Schüler haben: „Wenn‘s alle haben, ist es ja nichts Besonderes mehr.“ Clara dagegen fände es „schon gut, wenn das jeder hier hätte“.
Mehr Infos unter
www.ideenfreiheit.de (Schuluniformen) sowie www.wikipedia.de
