OLDENBURG - Sie sind nicht nicht nur Oldenburgs, sondern auch Deutschlands einzige aktive reine Schülerinnen-Verbindung. Bei der Gründung vor zehn Jahren dachte keine der jungen Frauen, dass die SV! Sorores Hypatiae Oldenburgensis so lange bestehen würde. Doch an diesem Wochenende treffen sich alle „Sorores“ (Schwestern) zur Feier des zehnjährigen Bestehens. Etwa 40 Gäste werden dazu erwartet, wenn – wie es im Jargon der Verbindungen heißt – die Festkneipe steigt. Es werden Reden zu hören sein, aber auch Lieder, die seit Jahrhunderten zu derlei Festivitäten in den Verbindungen gesungen werden. Dazu gehören Studentenlieder wie „Die Gedanken sind frei“ oder auch das klassische „Gaudeamus igitur“ (Lasst uns alle fröhlich sein).
Seit der Gründung 2001 ist viel passiert. „ Wir haben seitdem riesiges Engagement bewiesen und uns erfolgreich von den Herren-Verbindungen emanzipiert. Im Gegensatz zu manch anderer Schüler- oder Studentenverbindung wachsen wir konstant und haben sehr guten Zulauf“, berichtet Hohe Dame Katharina Rosenbohm, die 2001 mit zwei Freundinnen die „Sorores Hypatiae Oldenburgensis“ gründete. Seither treffen sie sich immer freitags zum sogenannten Allgemeinen Convent (AC).
Oldenburg gilt als Niedersachsens Hochburg der Schülerverbindungen. Die älteste Oldenburger Pennalie, traditionell verbunden mit dem Alten Gymnasium, besteht seit 1848. Da die drei Schülerverbindungen Camera Obscura, Prima und Aranea-Chaukia Oldenburgensis nur männliche Schüler aufnehmen, wurden die Sorores Hypatiae gegründet.
Namenspatronin ist Hypatia († 415 n. Chr.), sie war Tochter des Mathematikers Theon von Alexandria, von dem sie auch ihre Ausbildung erhielt. Sie lehrte als erste Frau an der Hochschule von Alexandria und war weithin als Philosophin und Ratgeberin bekannt und geschätzt.
Zu der Jubiläumsfeier eingeladen sind auch die Mütter der Schülerinnen, die sich jedes Jahr wieder auf das Fest freuen. „Ich finde es toll, wie die ergreifende Atmosphäre der Feier den generationsübergreifenden Zusammenhalt und den Ehrgeiz der Mädchen zum Ausdruck bringt. Der Abend gewährt uns immer wieder emotionale Einblicke in die Freizeitbeschäftigung unserer Töchter“, erzählt Claudia Jantos, Mutter der 19-jährigen Catharina Jantos, die die 12. Klasse der Liebfrauenschule besucht und in diesem Semester Seniora ist, also Vorsitzende. „Wir nutzen diese Veranstaltungen, um gemeinsam zu feiern, ein bleibendes Netzwerk unter uns aufzubauen und Oldenburger Schüler-Traditionen fortzuführen.“
Für die „Schwestern der Hypatia“ gehört auch soziales Engagement dazu. In der Vorweihnachtszeit sammelten die Schülerinnen wiederholt Spenden für Wildwasser oder verkauften selbst gebackenen Kuchen und Kekse. Ansonsten stehen Unternehmungen, kulturelle Aktivitäten und mehr auf dem Programm.
Für die nächsten zehn Jahre wünschen sich die Sorores weiterhin viele begeisterte Mitstreiterinnen. Alle Schülerinnen ab einem Alter von 15 Jahren sind willkommen und können Kontakt über die Internetseite aufnehmen.
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