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Vier Oldenburger Schulen Beteiligen Sich Projekt: Handy-Recycling hilft Insekten

Oldenburg - Was tun mit alten Mobiltelefonen, die irreparabel und scheinbar wertlos sind? Vier Oldenburger Schulen machen etwas daraus: die IGS Helene-Lange-Schule (HLS), die IGS Kreyenbrück, die Oberschule Osternburg und die Liebfrauenschule (LFS). Sie beteiligen sich an einem Pilotprojekt des Naturschutzbunds (Nabu) mit dem Abfallwirtschaftsbetrieb der Stadt und sammeln die ausrangierten Handys, um die Rohstoffe zurückzugewinnen, um den Erlös dem Insektenschutzfonds des Nabu zu spenden. Handys, die noch repariert werden können, sollen über den Nabu wieder fit gemacht und ebenfalls für das Insektenprojekt verkauft werden.

Dirk Lübsen, Naturwissenschaftslehrer an der IGS Kreyenbrück, sagte am Dienstag: „Wir haben uns sehr gerne dazu bereit erklärt, die Han-dysammelboxen bei uns aufzustellen. Die Schülervertretung wird das Austeilen der Infoflyer in den Klassen übernehmen und die Aktion in der Schule bewerben.“

Da auf dem Schulgelände gerade eine Blühfläche für Insekten von 1000 Quadratmetern mit regionalem Saatgut angelegt worden sei, passe das Thema „Handysammeln und Insektenschutz“ perfekt zur IGS Kreyenbrück.

Für Hummel, Biene & Co.

Auch die Umwelt-AG der Liebfrauenschule ist dabei – „mit Schülerinnen und Schülern der Jahrgänge 6 bis 11 hat sie sich mit voller Motivation für die Unterstützung dieses tollen Projektes ausgesprochen“, sagt der zuständige Lehrer Sebastian Siebels.

In den vergangenen Jahren wurden an der LFS bereits mehrere Hummel-Projekte mit der Universität Oldenburg durchgeführt, „sodass wir uns freuen, wenn die durch recycelten Handys eingebrachten Erlöse dem Nabu für Insektenprojekte, und somit auch für Hummel, Biene und Co., zur Verfügung stehen“, sagte Siebels.

Auch in anderen Bereichen setze sich die LFS dafür ein, „die auf diesem Planeten leider in vielen Bereichen stattfindende Ausbeutung von Mensch und Natur zu verringern“ – unter anderem als „Fairtrade school“ mit schüler-geführtem „Eine-Welt-Laden“. Da damit „natürlich nicht alle Bereiche der Ausbeutung abgedeckt und auch die für Handys benötigten seltenen Erden überwiegend auf menschenunwürdige Weise gewonnen werden, wollen wir auch in diesem Bereich „gerne und aus voller Überzeugung helfen“, sagte Siebels.

„Unserer Überzeugung nach sind Schulen sehr geeignete Orte, um alte Handys zu sammeln“, so AWB-Betriebsleiter Volker Schneider-Kühn und Oliver Kraatz, Leiter des Nabu-Bezirksgruppe Oldenburger Land.

Den Startschuss gaben die Projektpartner pünktlich zur Europäischen Woche der Abfallvermeidung am Montag in der Helene-Lange-Schule. „Wir werden die alten Handys in der Helene-Lange-Schule in „Helenes-Laden“ sammeln“, erklärte Lehrerin Cornelia Zappetti. „Der Laden ist den ganzen Tag für die Schülerinnen und Schüler geöffnet und die Sammelbox ist unter Aufsicht. Der Abfallwirtschaftsbetrieb holt dann die vollen Boxen im Tauschverfahren mit leeren Sammelbehältern ab“, so Zappetti. Außerdem binden alle beteiligten Schulen die Themen „Handysammlung und Insektenschutz“ in den Unterricht ein oder Projekte ein.

2,9 Tonnen Gold

„Das Insektensterben hat dramatische Ausmaße angenommen. Jede dritte Insektenart ist nach der bundesweiten Roten Liste gefährdet bis ausgestorben. Mit Hilfe des Insektenschutzfonds werden Ackerflächen und Wiesen durch die Nabu-Stiftung Nationales Naturerbe gekauft und als Lebensraum für Insekten gesichert“, sagte Kraatz. Zusätzlich würden Ackerlandstreifen zu Blühstreifen umgewandelt.

In der Wiederverwertung alter Handys sieht Volker Schneider-Kühn enormes Potenzial: „Nach aktuellen Schätzungen lagern insgesamt ungefähr 124 Millionen ausgediente Handys in deutschen Schränken. Und jährlich werden allein in Deutschland 24 Millionen neue Handys gekauft.“ Allein in den 124 Millionen ungenutzten Handys steckten 2,9 Tonnen Gold, 30 Tonnen Silber und 1100 Tonnen Kupfer.

Karsten Röhr
Karsten Röhr Redaktion Oldenburg
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