Oldenburg - Sich mit seinen Freunden messen, ehrgeizig sein und dabei eine Menge Spaß haben – normalerweise sind dies keine Dinge, die Schüler mit Vokabeln lernen im Englischunterricht verbinden. Beim Computerspiel „VocabiCar“ ist dies anders: „Die Schüler können hier spielerisch lernen. Es werden beispielsweise Begriffe vorgegeben. Die Kinder müssen dann mit einem Auto zu dem Gegenstand fahren, der zu dem Begriff gehört und ihn einsammeln“, erklärt Elke Boecker, sie ist Bibliothekarin an der Universität Oldenburg.

Bei der 45. Oldenburger Kinder- und Jugendbuchmesse (KIBUM), die vom 9. bis 19. November stattfindet, ist Boecker gemeinsam mit ihrer Kollegin Juliane Felser für den Multimediaraum zuständig. Dafür hat sie auch „VocabiCar“ zur Vorstellung ausgewählt. Nicht nur das Lernkonzept hat sie überzeugt: „Besonders charmant finde ich, dass der Spieleentwickler Quantumfrog aus Oldenburg kommt“, betont Boecker. Das Spiel, das auf dem PC sowie Tablet und Smartphone installiert werden kann, entstand in Zusammenarbeit von Quantumfrog und dem Schulbuch-Verlag Westermann.

Bereits im vergangenen Jahr hatten die Messe-Besucher die Gelegenheit, das Spiel auszuprobieren: „Die Kinder hatten sehr viel Ausdauer und versuchten immer wieder, die richtigen Gegenstände einzusammeln“, berichtet Boecker von den positiven Erfahrungen bei der erstmaligen Präsentation. Diesmal wird das Spiel im Vorfeld vorgestellt: „Am 8. November ist ein Fachbesuchertag, zu dem viele Pädagogen kommen. Tobias Dallmann von Quantumfrog wird das Spiel in einem einstündigen Vortrag präsentieren“, sagt Boecker.

Zu Beginn des Spiels können die Schüler zwischen vier verschiedenen Spielmodi – Gegenstände sammeln, Buchstaben sammeln, Wörter sammeln oder Wortfeld – auswählen. „Danach hat der Spieler die Wahl zwischen verschiedenen Themenwelten, beispielsweise dem Wohnzimmer oder Küche“, erklärt Boecker.

Mit verschiedenen Fahrzeugen – zum Beispiel per Bus, Motorroller oder Kutsche, deren Farbe ebenfalls individuell bestimmt werden kann – geht es anschließend in den Themenwelten auf die Suche nach den gefragten Gegenständen, Wörtern oder Buchstaben. Nachdem der Schüler die fünf gefragten Gegenstände eingesammelt hat, müssen die auf diese Weise neu gelernten Vokabeln noch einmal eingegeben werden, damit sich die richtige Schreibweise einprägt.

„Zum Schluss wird dem Spieler ein Punktestand angezeigt, dieser kann mit den Mitschülern verglichen werden und fördert den Wettbewerb“, sagt Boecker. „VocabiCar“ ist für sie ein gutes Beispiel dafür, wie Computerspiele zur Vermittlung von Lerninhalten genutzt werden können. Ihre Kollegin Juliane Felser stimmt ihr zu: „Die Kinder finden sowieso einen Weg, zu spielen, wir sollten dem gegenüber aufgeschlossener sein und uns damit auseinandersetzen.“ Denn neben dem Lerneffekt sei auch etwas Geschick beim Steuern des Fahrzeugs gefordert.

Beide sehen Spiele wie diese jedoch nicht als Ersatz für den Unterricht oder das klassische Vokabellernen, sondern als Ergänzung. Zurzeit gibt es zwei Versionen von „VocabiCar“: Eine für Schüler der 3. und 4. Klasse, eine für die 5. und 6. Klasse. Eine Testversion kann im App- bzw. GooglePlay-Store kostenlos heruntergeladen werden, die Vollversionen kosten jeweils 2,99 Euro.

Auf der Kibum haben Kinder zehn Tage lang die Gelegenheit, das Spiel kostenlos auszuprobieren. Organisiert wird die Messe von der Unibibliothek in Kooperation mit der Stadtbibliothek.

Nils Coordes
Nils Coordes Online-Redaktion