OLDENBURG - 30 Jahre wurde über eine zentrale Volkshochschule diskutiert. Am Donnerstag wurde das „weiße Haus der Bildung“ (Staatssekretär Josef Lange) feierlich eingeweiht.
VHS-Vorstandsvorsitzender Dieter Boll sprach von einem „historischen Tag“ und blickte in die wechselvolle Geschichte der VHS Oldenburg zurück. Von den Nazis verboten, wurde die VHS 1946 neu gegründet. „Damals hatten wir 300 Kursteilnehmer“. Doch auch wenn sich die Inhalte gewandelt haben, die Schwerpunkte blieben ähnlich: Ernährungsthemen, Integration, Bildung und Sprachkompetenz.
Nach den Anfängen über einer Gaststätte in der Langen Straße bezog die VHS 1968 die Waffenplatzschule. Die Bildungseinrichtung aber wuchs weiter und bekam immer mehr Standorte hinzu. Vor gut zwei Jahren dann der Durchbruch. „Da haben mal wirklich alle Fraktionen zusammen an einem Strang gezogen“, meinte OB Gerd Schwandner. Die GSG, der auch das Grundstück neben ihrer Zentrale gehörte, bot sich als Bauherr und Vermieter an. Gemeinsam mit Banken und der Stadt wurde am Finanzkonzept gefeilt. Und der Rat gab grünes Licht.
720 000 Euro beträgt nun der städtische Zuschuss für die VHS pro Jahr. Die finanziert damit nicht nur weite Teile ihres Programms, sondern auch die Miete. „Unterm Strich ist trotz des Neubaus unser Zuschuss nur um 19 000 Euro gestiegen“, so VHS-Direktor Hans Peter Heyer.
Die gemieteten Standorte rund um den Waffenplatz werden nun komplett aufgegeben. In der 4300 Quadratmeter großen, schneeweißen Zentrale sind 40 moderne Schulungsräume, eine Lehrküche, das neue Café „Kurswechsel“ (Betreiber sind die Gemeinnützigen Werkstätten) sowie Tagungs- und Sporträume entstanden. Mit diesem Plus an Attraktivität will die zweitgrößte VHS in Niedersachsen eine neue Marke setzen. Die Zahl der bisher rund 27 000 Kursteilnehmer soll auf über 30 000 gesteigert werden.
Und möglicherweise könnte es hinterm Bahnhof bald noch lebhafter werden. Überlegungen, auf der Freifläche am Bahnhof ein Justizzentrum zu bauen, werden derzeit auf ihre Realisierungschance untersucht.
