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NWZonline.de Ratgeber Beruf & Bildung

Dramatischer Appell gegen Klima-Wandel

24.10.2019

Oldenburg Der Klimawandel ist spätestens durch die Fridays-for-Future-Bewegung in aller Munde. Wem die Forderungen der Schüler zu plakativ und die Diskussionen zu emotional sind, sollte sich mit der Meeresbiologin und Polarforscherin Prof. Dr. Antje Boetius auseinandersetzen. Die Leiterin des Alfred-Wegener-Instituts in Bremerhaven präsentiert wissenschaftliche Erkenntnisse so, dass sie auch der Laie versteht und die Aussagen nahtlos an die aktuelle Klima-Debatte anknüpfen.

Wie sie zum Klimawandel und dessen Folgen steht, darin ließ die Festrednerin bei der Eröffnung des akademischen Jahres der Universität in Oldenburg keinen Zweifel: Kohlendioxid-Ausstoß, Erderwärmung und Zusammenbruch biologischer Systeme sind für die Polarforscherin ein untrennbarer Dreiklang.

Eindrucksvoll berichtete die 52-Jährige von ihren Forschungsreisen in die Arktis. Um Hunderte Kilometer habe sich die Eisgrenze seit ihrer ersten Reise im Rahmen ihrer Doktorarbeit bis heute zurückgezogen. Walrosse müssten immer weitere Strecken zurücklegen, um ihre Jungen großzuziehen. „Die Eisschollen, die sie zum Ausruhen brauchen, finden sie nicht mehr.“ Auch diese Tiere seien – wie viele Tier- und Pflanzenarten in diesem Lebensraum – in ihrer Existenz bedroht.

Weit großräumiger sind die Folgen für das Klima durch die Verringerung der schneebedeckten Flächen. „Schnee reflektiert Sonnenlicht, Wasser nimmt es auf. Wir haben dadurch eine ganze andere Erwärmung der Erde.“

Ein Jahr im Eis driften

Die Wissenschaftlerin berichtete von der aktuellen Expedition „Mosaic“, in der ein internationales Team von Forscherinnen und Forschern in der Arktis Daten erhebt. Ein Jahr lang driftet das Forschungsschiff „Polarstern“ im Eis und liefert Daten. Antje Boetius erwartet eine „neue Sicht auf den Zusammenhang zwischen der polaren Region und unseren Breitengraden“.

Die Direktorin des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) in Bremerhaven, ist zugleich Professorin für Geomikrobiologie an der Universität Bremen. Im Mittelpunkt ihrer Forschung stehen die Auswirkungen des Klimawandels auf den Arktischen Ozean und die Lebensvielfalt der Tiefsee.

Bislang hat sie nach Angaben des Instituts an fast 50 Expeditionen mit internationalen Forschungsschiffen teilgenommen. Die Wissenschaftlerin wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Gottfried-Wilhelm-Leibniz Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), dem Communicator-Preis der DFG und des Stifterverbands sowie mit dem Deutschen Umweltpreis. Erst kürzlich erhielt sie das Bundesverdienstkreuz für ihr Engagement zum Schutz der Ozeane. Der Vortrag sorgte für reichlich Gesprächsstoff beim anschließenden Empfang. Das Urteil der Gäste fiel einstimmig aus. „Das war Spitze“, „ein herausragender Vortrag“, hieß es.

Zu der Veranstaltung hatten die Universität Oldenburg und die Universitätsgesellschaft Oldenburg e.V. (UGO) eingeladen. Etwa 750 Gäste aus Stadt, Region und Universität verfolgten den Vortrag und die Verleihung der diesjährigen UGO-Preise für besonders erfolgreiche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler (s. Info-Kasten).

Mit Gesellschaft verzahnt

Sowohl Universitätspräsident Prof. Dr. Hans Michael Piper als auch UGO-Vorsitzender Dr. Werner Brinker unterstrichen die Bedeutung, Wissenschaft und Gesellschaft zu verzahnen. Die Universität wisse um die Unterstützung ihrer Freunde und Förderer. Sie gehe mit diesem Wissen an ihre Aufgaben heran. Piper nannte unter anderem die Ausbildung von Studenten, Forschung, Nachwuchsförderung und Ausgründung von Unternehmen.

Auch UGO-Vorsitzender Brinker unterstrich die Verankerung der Universität in der Region: „Wir als UGO sehen uns als Bindeglied, als Brückenbauer zwischen Wissenschaft und Gesellschaft, als kritische Begleiter – im Dienst einer freien und kritischen Forschung und Lehre.“

Den musikalischen Rahmen gestalteten Studierende des Instituts für Musik unter Leitung von Axel Fries, Peter Janßen, und Volker Schindel.


Mehr Fotos vom Abend unter   www.nwzonline.de/fotos-region 
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Christoph Kiefer Redaktionsleitung / Redaktion Oldenburg
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