OLDENBURG - Die Stimmung im Forum der IGS Flötenteich war richtig gut. Als die Jury länger als gedacht benötigte, um den neuen Stadt- und Kreissieger des bundesweiten Vorlesewettbewerbs bekanntzugeben, griff sich Moderator Gunnar Hollweg aus der achten Klasse der IGS noch einmal das Mikrofon: „Ok, die Jury braucht noch – kann hier jemand was?“ Spontan flogen die Finger hoch und Fünft- und Sechstklässler aus dem Plenum enterten die Bühne, um zu tanzen und zu jonglieren. Das Forum der IGS Flötenteich war auch insofern ein guter Ort, um den neuen Stadt- und Kreismeister im Lesen herauszufinden.

Zuvor hatten die Schulsieger aus den sechsten Klassen einmal aus einem selbst gewählten Buch und dann aus dem fremden Zukunfts-Thriller „Murus“ von Martina Wildner vorgelesen, der auch schon Thema auf der jüngsten Kibum war. Jeder Finalist unterhielt mit gelungenen Vorträgen aus dem eigenen Lieblingsbuch – oder einfach einem Buch, das sich zum Vortragen eignete. Kathrin Skelnik, Sechstklässlerin der Realschule Paulusschule etwa erfreute die Schüler mit einem Vortrag aus Cornelia Funkes „Hände weg von Mississippi“. Lasse Neelsen von der Realschule Alexanderstraße wählte Tintenherz, ein anderer Finalist den „Herrn der Diebe“, aber auch „Der kleine Prinz“ wurde klasse vorgetragen. Andere wählten die gelungenen Steinhöfel-Jugendbücher „Rico, Oskar und die Tieferschatten“ und „Rico, Oskar und das Herzgebreche“. Jonathan Stachowiak von der IGS überzeugte bei seinem Heimspiel mit einem Vortrag aus „Hunter Brown – Der Kampf gegen die Schatten“.

Auch für Dr. Beate Sommersberg, Lehrerin an der IGS Flötenteich, war der Standort für den Lese-Entscheid gut gewählt: „Wir wollen Lesen noch stärker ins Zentrum unserer Schularbeit stellen. Spätestens ab Klasse 7 merkt man, wer viel liest und einen starken Wortschatz hat und wer nicht. Die Schüler haben so tolle Gedanken und können sie manchmal nicht in Worte fassen.“

Herbert Allerheiligen, Leiter der Grundschule Paul-Maar-Schule und Mitglied der Jury, wollte sich nach den tollen Vorträgen aus der ersten Runde auch noch nicht auf einen Favoriten oder eine Favoritin festlegen: „Wenn man Sieger ist von einer Schule, dann ist man einfach gut. Das haben wir hier auch gesehen. Die letzten Unterschiede erkennt man erst an einem fremden Text.“

Am Ende hatte Rena Hasler (12) aus Hude, die die Graf-Anton-Günther-Schule besucht, mit ihren Vorträgen aus dem mongolischen Winterabenteuer „Steppenwind und Adlerflügel“ (Xavier-Laurent Petit) und ihrem Murus-Vortrag die Nase knapp vorn. Alle Schüler erhielten ein Buch und eine Urkunde, Rena auch noch einen Bücherscheck. Sie darf jetzt auf Bezirksebene antreten.

Karsten Röhr
Karsten Röhr Redaktion Oldenburg