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NWZonline.de Ratgeber Beruf & Bildung

Im Spiegel sprechen lernen

13.09.2019

Oldenburg /Wildeshausen Der Clown hat ein lustiges Gesicht. Bläst man ihm ein W oder ein S auf die Lippen, blinken kleine Lämpchen in seinem Clownsmund auf und der Clown lacht. Der kleine Apparat war ein Hilfsmittel bei der Lautbildung für Kinder, die nichts hören können. Mitarbeiter des Landesbildungszentrums für Hörgeschädigte in Oldenburg (LBZH) haben das längst ausrangierte Gerät aufgehoben für ein kleines Museum.

Die Ausstellungsstücke des Museums (untergebracht in der Schule des Landesbildungszentrums) erzählen die Geschichte der Bildung Hörgeschädigter. Und die Eröffnung der kleinen Schau war der Auftakt einer Reihe von Veranstaltungen: Das Landesbildungszentrum im Oldenburger Lerigauweg feiert im Mai 2020 sein 200-jähriges Bestehen, das jetzt begonnene Schuljahr 2019/20 ist das 200. in der Geschichte der Einrichtung.

Deren Wurzeln reichen zurück nach Wildeshausen, wo die Taubstummenschule am 16. Mai 1820 eröffnet wurde, als erste Schule für gehörlose Kinder in Niedersachsen und als dritte Bildungseinrichtung dieser Art in Deutschland überhaupt. 1982/84 war die Schule umgezogen und besteht nun am Lerigauweg, zusammen mit einem Kindergarten, mit einem Internat und mit mehreren Beratungseinrichtungen

Unter den Besuchern des kleinen Museums ist auch Torsten Reuß. Der 41-Jährige ist hörgeschädigt: „Ich bin in die Schule in Oldenburg gegangen von 1983 bis 1994. Und seit 1997 arbeite ich als Gärtner im LBZH“, berichtet er. Der Besuch im Museum ist für ihn wie eine kleine Zeitreise in die eigene Schulzeit. Auf einem Tisch steht ein großer Spiegel, Torsten Reuß erinnert sich, wie er als Kind selbst davor gesessen hat und Laute bilden sollte. Die Lehrer und Lehrerinnen sprachen den Laut, und um die richtige Lautbildung zu unterstützen, musste der Schüler auch mal den Kehlkopf des Lehrers anfassen, um ein Gefühl dafür zu kriegen, wie der Kehlkopf bei einem rollenden R vibriert. Aber es gab während der Schulzeit von Torsten Reuß auch Kopfhörer, wie er mit Gesten mitteilt.

Zeitreise ist auch das Stichwort für die vielen Vorhaben, die die 100 Mitarbeiter des Landesbildungszentrums für das Jubiläumsjahr organisieren wollen. Die Projektgruppe Zeitreise will sich mit der Geschichte der Gebärden befassen, will etwas mit historischer Kleidung darstellen, überlegt, wie sich das Schulessen im Laufe der Zeit verändert hat. Auch mit Ehemaligen des Landesbildungszentrums wollen sie sprechen und Interviews führen. Das Museum mit seinen Ausstellungsstücken kann für Gespräche Impulse geben. Die Mitarbeiter des Landesbildungszentrums jedenfalls sind bei der Premiere für die kleine Ausstellung neugierig und lassen sich von älteren Kollegen das eine oder andere Detail erläutern.

Gefeiert werden soll das 200-jährige Bestehen im Mai 2020 mit einer Projektwoche, erläutert Direktor Marco Noel vor den Mitarbeitern, dessen kleine Vorstellung von einem Gebärdendolmetscher unterstützt wird. Der Freundeskreis des Landesbildungszentrums steuert zum 200. „Geburtstag“ für geplante Ausflüge etwas bei, so dass alle Schüler Altersgruppen des Landesbildungszentrums etwas Besonderes erleben können.


Mehr Infos unter   https://www.lbzh-ol.niedersachsen.de 
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Hans Begerow Leitung / Politik/Region
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