OLDENBURG/WILHELMSHAVEN - OLDENBURG/WILHELMSHAVEN/BUK - Die Chemie-Industrie hat sich in den vergangenen Jahren vergleichsweise günstig entwickelt – in Deutschland insgesamt, aber gerade auch im Weser-Ems-Gebiet, wo in den vergangenen Jahren in der Branche kaum Arbeitsplätze verloren gegangen sind, wie Dr. Jochen Wilkens, Vorstand der Vereinigung „ChemCoast" weiß. Hiesige Firmen wollen ihre gute Position jetzt langfristig absichern, indem sie bei der Entwicklungspartnerschaft „Quick" mitmachen. Das Kürzel steht für „Qualifizierungsoffensive Chemische Industrie". Sie wird wegen ihres Firmen übergreifenden Vernetzungsgedankens (Federführung: Akademie für Weiterbildung in Delmenhorst) von der EU gefördert. Die Initiative zielt auf kompetente Mitarbeiter ab, die die Herausforderungen der Zukunft meistern können.

„Die Mitarbeiterschaft muss insgesamt auf ihre künftigen Aufgaben vorbereitet werden", gibt Rainer Krause, Personalleiter bei Büfa (Oldenburg), die Losung für die Arbeit mit den Beschäftigten aus. Es sei zur Zukunftssicherung nicht zeitgemäß, allein nur länger zu arbeiten; es gelte, die „betrieblichen Prozesse effizient zu strukturieren und partiell neu zu definieren". Im Fokus stünden dabei Organisations-, Personalentwicklungs- und Flexibilisierungsprozesse. Für die entsprechenden, langfristig angelegten Strategien sei die Entwicklungspartnerschaft die richtige Adresse – gerade für kleine und mittlere Unternehmen, meinte Krause.

„Quick" will Kompetenzen dieser Firmen vernetzen. Zum Auftakt trafen sich 70 Interessierte bei Büfa in Oldenburg. Das Unternehmen hat in den vergangenen zwölf Jahren den Umsatz von 70 Millionen Euro auf etwa 160 Millionen Euro ausgebaut. Auch die Mitarbeiterzahl hat sich mehr als verdoppelt – auf 540. In diesem Jahr wurde die Rekordzahl von 17 neuen Auszubildenden eingestellt, wie Geschäftsführer Werner zu Jeddeloh erläuterte.

Auch andere Firmen der Chemiebranche im Nordwesten haben sich sehr erfolgreich entwickelt. Sie wollen jetzt miteinander noch besser werden. Berater und Wissenschaftler aus fünf Organisationen (siehe Info-Kasten) begleiten den „Quick“-Prozess. Die fortlaufende Kompetenzentwicklung der Mitarbeiter sei ein absolutes Muss, um am Ball zu bleiben, sagte die Büfa-Betriebsratsvorsitzende Susanne Eilers.

„Quick" startet mit einem Finanzvolumen von vier Millionen Euro. Zwei Millionen Euro kommen von der EU („Equal“-Initiative). Das bedeutet innerhalb der nächsten zweieinhalb Jahre rund 50 000 Stunden an Qualifizierung: Workshops, Trainings, Seminare, „Learning on the Job“. Die Teilnahme ist für alle Chemie-Betriebe offen.

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NWZ/THEMEN/BERUF