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NWZonline.de Ratgeber Beruf & Bildung

2020 bleiben viele Prüfungstische leer

11.04.2019

Oldenburger Land 2020 erwartet niedersächsische Ausbildungsbetriebe und Weiterbildungseinrichtungen ein Sonderjahr, wie sie es noch nie erlebt haben. Regionale Stimmen verraten, ob das für hiesige Unternehmen einen Ausnahmezustand bedeutet und wie eventuellen Problemen vorgebeugt werden kann.

Niedersachsens Gymnasien sind zum Abitur nach der 13. Jahrgangsstufe (G9) zurückgekehrt. Den letzten Abschlussjahrgang nach zwölf Jahren (G8) wird es dieses Jahr geben. Deswegen findet im Prüfungsjahr 2020, bis auf einige Ausnahmestandorte, an Gymnasien keine Abiturprüfung statt.

Andere Schulformen, wie etwa integrierte Gesamtschulen oder Fachoberschulen, sind von dem Abiturientenausfall nicht betroffen.

20 000 Prüflinge weniger

Jasmin Schönberger, stellvertretende Pressesprecherin des niedersächsischen Kultusministeriums, rechnet aber trotzdem insgesamt mit einem großen landesweiten Ausfall. „Wir gehen für das Prüfungsjahr 2020 von einer Gesamtzahl von ungefähr 10 000 bis 11 000 Prüflingen aus“, der sonstige Gesamtwert liege seit einigen Jahren bei rund 33 000. Auswirkungen dieser Umstände werden auf regionaler Ebene unterschiedlich wahrgenommen.

Prof. Dr. Sabine Kyora, Vizepräsidentin für Studium, Lehre und Gleichstellung an der Universität Oldenburg, sieht 2020 sorglos entgegen. Zwar sei laut Kyora mit einem „moderaten Nachfragerückgang“ zu rechnen, vor allem, da etwa 80 Prozent der Studierenden der Carl von Ossietzky Universität aus Niedersachsen stammen. Im Hinblick auf die extrem hohe Nachfrage nach Studienplätzen der vergangenen Jahre spricht sie jedoch eher von „ein wenig Entspannung“. Zudem betont sie, dass der Zeitpunkt des Abiturs häufig entkoppelt sei von dem des Studienbeginns. Auslandsaufenthalte und soziales Engagement nach dem Abitur würden nicht selten den direkten Übergang zum Studium unterbrechen. Deswegen sei 2020 auch mit Studienanfängern zu rechnen, die bereits im Jahr 2019 ihr Abitur absolviert haben.

Das betont auch Dr. Thomas Hildebrandt, Hauptgeschäftsführer der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer. Hinzu komme, dass zahlreiche weitere Schulformen zur Hochschulreife führen, welche „einen erheblichen Teil der Absolventen für den Ausbildungsmarkt stellen“, so Hildebrandt. Deshalb könne der Wegfall des Abiturjahrgangs 2020 aus Sicht der Masse der Ausbildungsbetriebe der Region „größtenteils undramatisch“ ausfallen. Lediglich ein kleiner Teil der Unternehmen, die sich nur auf „klassische Abiturienten“ berufen, müsse einmalig eine andere Zielgruppe ansprechen. Die Abiturientenbesetzungsquote sei vor allem bei Ausbildungsberufen im Bereich Bankkaufmann sowie Finanz- und Versicherungskaufmann am höchsten.

Timo Cyriacks, Sprecher der Oldenburgischen Landesbank, bestätigt dies. Deswegen bewertet er den fehlenden Abiturjahrgang des Jahres 2020 als wesentliche Schwierigkeit bei der Suche nach jungen Arbeitskräften. Bereits jetzt sei es nicht einfach, passende Auszubildende für die Bank zu finden. Durch den fehlenden Abiturjahrgang verstärke sich das Problem.

Das befürchtet auch Ilka Bornhorst-Gesk, Personalreferentin des Chemie-Konzerns Büfa. „Es wird sicherlich eine Herausforderung, im nächsten Jahr genügend Auszubildende für unsere verschiedenen Ausbildungsberufe zu finden“, gibt sie zu bedenken.

Frühzeitiges Handeln

Der Pressesprecher der Handwerkskammer Oldenburg, Torsten Heidemann, empfiehlt Betrieben, sich rechtzeitig auf den Ausfall vorzubereiten. Sie sollten bereits frühzeitig mit den Ausschreibungen der offenen Ausbildungsstellen beginnen. Dabei sei es wichtig, die „Strategie für die Jahre 2019 bis 2021 zu prüfen, da das Thema sicherlich nicht nur für das Jahr 2020 von Belang ist“.

Das sehen auch Bornhorst-Gesk und Cyriacks so. Es sei wichtig, Absolventen anderer Schulformen zu berücksichtigen, Jahrespraktika anzubieten und Ausbildungsberater gezielter einzusetzen. Auch werde versucht, bereits in diesem Jahr verstärkt Auszubildende einzustellen um das Fehlen des nächsten Jahrganges etwas abzuschwächen.

Sicher ist allerdings, dass Auszubildende mit Abitur oder anderen Qualifikationen im kommenden Jahr eine große Auswahl an attraktiven Ausbildungsberufen erwarten wird.

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