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NWZonline.de Ratgeber Beruf & Bildung

Caritas plädiert für Lernmittelfreiheit

15.08.2019

Oldenburger Land Das Bildungs- und Teilhabepaket reicht in seiner jetzigen Form bei weitem nicht aus, um die Kosten zu decken, die Eltern durch den Schulunterricht ihrer Kinder entstehen. Das ist das Fazit einer nicht repräsentativen Schulbedarfsanalyse im Oldenburger Land, die am Mittwoch von Vertretern der Diakonie und der Caritas vorgestellt wurde.

Ein Jahr lang hatte Dietmar Fangmann, Referent für Schuldnerberatung des Landes-Caritasverbandes, systematisch ausgewertet, was 70 Familien mit 101 Kindern für Schulmaterial aufbringen müssen. Das Ergebnis hat selbst Fangmann überrascht: „Ich war erstaunt, wie teuer es ist, ein Kind in die Grundschule zu schicken.“

Tatsächlich mussten die Eltern von Grundschülern mit 319 Euro im Schnitt deutlich mehr Geld für die Bildung ihrer Kinder aufbringen, als die Eltern von Oberschülern (220 Euro). Noch etwas teurer ist im Oldenburger Land lediglich der Besuch eines Gymnasiums, der den Eltern durchschnittlich 332 Euro pro Jahr abverlangt. Teuerster Posten sind dabei mit großem Abstand die Aufwendungen für den Kauf von Büchern (74 Euro) und anderes notwendiges Material wie zum Beispiel Taschenrechner, das laut der Erhebung mit mehr als 107 Euro im Jahr zu Buche schlägt.

Kostspielige Fahrten

Und dabei sind die zum Teil enormen Kosten für mehrtägige Klassenfahrten, Fahrtkosten zur Schule, Nachhilfe, Verpflegung und den heimischen Internetanschluss in die Auflistung noch nicht einmal einberechnet, da sie stark variieren und nicht jeden Schüler betreffen. Was da manche Eltern zusätzlich zu tragen haben, die knapp über den Verdienstgrenzen liegen und die Kosten nicht erstattet bekommen, machte Fangmann anhand eines Beispiels deutlich: „Die teuerste Klassenfahrt kostete 640 Euro pro Kind.“

Laptops und I-Pads

Und das Problem könnte in Zukunft noch viel größer werden. Wenn erst alle Schulen technisch aufgerüstet haben, dann würde die Benutzung von eigenen I-Pads und Laptops vermutlich als selbstverständlich vorausgesetzt werden und weitere erhebliche Kosten verursachen, so die Befürchtung in der Runde.

Für die Vertreter von Diakonie und Caritas steht daher außer Frage, dass das Bildungs- und Teilhabepaket trotz der bereits erfolgten Erhöhung von 70 auf 150 Euro dem tatsächlichen Bedarf nicht gerecht wird und unbedingt kurzfristig angehoben werden muss. Zudem, so Dr. Gerhard Tepe, Direktor des Landes-Caritasverbandes für Oldenburg, seien die Pädagogen in der Verantwortung, sensibel zu agieren und die finanziellen Möglichkeiten der Familien ihrer Schüler im Auge zu behalten.

Einen Schritt weiter gingen Fangmann und Pfarrer Thomas Feld, Theologischer Vorstand des Diakonisches Werkes in Oldenburg, die sich übereinstimmend für eine grundsätzliche Lernmittelfreiheit aussprachen. „Das“, so Fangmann, „ist die einzige Lösung, um die Bildung der Kinder nicht vom Portemonnaie der Eltern abhängig zu machen.“

Am Zug sei nun die Politik, an die aus der Runde am Donnerstag die Einladung zum Gespräch ging. Wie groß der Druck auf den Eltern gerade kurz vor Beginn des neuen Schuljahres lastet, zeigt der Andrang am Oldenburger Forum St. Peter. Allein am Donnerstag habe es dort drei bis vier Anfragen von Eltern gegeben, die um finanzielle Unterstützung baten, berichtet Dietmar Kattinger, der die Veranstaltung für die Caritas moderierte.

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Jörg Jung Redakteur / Regionalredaktion
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