Westerstede - Ole beugt sich hinunter und bohrt einen Stab, welcher von innen hohl ist, in die Erde. Anschließend zieht er diesen heraus und schaut interessiert auf den Inhalt, der nun sichtbar ist.

Der 14-jährige Schüler vom Westersteder Gymnasium hat ein spezielles Hobby. Er entnimmt monatlich den verschiedenen Mooren in Ocholt und Umgebung Proben. Denn die Biologie ist seine Leidenschaft. Berührungsängste hat er nicht. Er fasst Pflanzen und Tiere an, schaut auf das dreckige Wasser und erklärt die Zusammensetzung.

„Die Biologie ist vielfältig und noch unerforscht in vielen Teilen. Deshalb entdeckt man auch in den Mooren immer etwas Interessantes“, erzählt der Schüler. Die Wasser- und Torfproben aus dem Fintlandsmoor kommen in die Schule. Dort nimmt er sie genauestens unter die Lupe.

Schon seit der frühen Kindheit ist Ole Riegel mit Feuereifer engagiert – und entwickelt seine Erkenntnisse. Schon einmal hat er beim Wettbewerb „Schüler experimentieren“ den niedersächsischen Preis im Fach Biologie für sich verbucht. In diesem Jahr erreichte er den dritten Rang. Ole hatte die Moor­gebiete rund um Hollwege und Dänikhorst und eben das Fintlandsmoor untersucht. Er hatte den Nährstoffgehalt, den pH-Wert und die Leitfähigkeit überprüft. Sein Fazit: Für die Entwicklung des Moores ist es wichtig, dass renaturierte Flächen das ganze Jahr über leicht unter Wasser stehen.

Wettbewerbsplatzierungen sind für Ole kein Grund mehr zur ausgelassenen Fröhlichkeit. Im kommenden Jahr möchte er wieder teilnehmen und dann den Titel gewinnen. Gute Chancen hat er auf jeden Fall. Denn er weiß aus Erfahrung, wie die Beurteilungen über die Bühne gehen.

Sein größtes Ziel: auch den allgemeinen Bürgern zu zeigen, dass Moore immer weiter zurückgehen. „Unbedingt müssen sie bestehen bleiben“, fordert er. Viele Pflanzen zum Beispiel würden nur in Mooren wachsen.

Für die Zukunft könne er sich vorstellen, beruflich etwas in dieser Richtung zu machen. „Allerdings will ich kein Biologe werden, aber als Lehrer zu unterrichten, das überlege ich mir“, sagt Ole.

Viel Zeit für die Besichtigung der Proben hat Ole an diesem Tag nicht. Denn Sport und Musikunterricht stehen ebenso wie Bio auf dem Plan des Jungen.

Christoph Tapke-Jost