Moorriem - Wer schon immer mal einen Drachen besiegen, einen Teufel überlisten, durch die Welt mitten ins Glück reisen und dazu noch die wunderschöne Prinzessin und das halbe Königreich gewinnen wollte, der weiß: Alles funktioniert und wird schöner durch Märchen. Davon ist die professionelle Märchenerzählerin Karin Westendorf aus Bremen fest überzeugt und weil sie weiß, dass Märchen Mut machen, teilt sie ihre Leidenschaft mit Kita- und Schulkindern, aber auch älteren Menschen in Seniorenheimen.

In den Adventswochen ist Karin Westendorf ein begehrter Gast, von Tag zu Tag reist sie durch die Region und auch in der Kita „Lüttje Moorriemer“ sind die Mädchen, die Jungen und das Team froh über den Besuch der Märchenfachfrau. Aber die Bremerin ist an diesem Nachmittag nicht der einzige Gast. Zur fröhlichen und temperamentvollen Weihnachtsfeier haben die „Lüttjen Moorriemer“ ihre Omas und Opas eingeladen und natürlich gibt es erst einmal Kaffee und Kuchen satt und der Geräuschpegel steigt nicht nur beim Singen von Weihnachtsliedern.

Die Nähe des Heiligen Abends und der erhoffte Besuch des Christkindes oder Weihnachtsmannes kribbelt den Kids schon unter den Nägeln. Kita-Kind Inken hat die Omi an ihrer Seite und der hat Inken bereits rechtzeitig ihren besonderen Weihnachtswunsch ins Ohr geflüstert: gewünscht wird ein Schminkkasten. Und da die Omi einen guten Draht zum Weihnachtsmann hat, sieht Inken dem Heiligen Abend sehr zuversichtlich entgegen. Die Skepsis in Person ist der vierjährige Lennox, er muss wohl noch einen Wunschzettel schreiben, aber was drauf stehen soll, will er der neugierigen Zeitungsfrau von der NWZ  partout nicht verraten.

Dafür verrät Karin Westendorf in ihrem stimmungsvoll dekorierten und von allem Lärm abgeschotteten „Märchenraum“ bei schummerigem Kerzenlicht, was sie Kindern und Großeltern nach der Kaffee- und Kuchenstunde erzählen wird: Ihr „gemischtes“ Programm für alle Generationen soll das Märchen vom „Wolf und die sieben Geißlein“ und Weihnachtslieder enthalten. Karin Westendorf: „Viele Kinder verfügen heute nur über eine stark reduzierte Sprache – umso wichtiger ist es, dass ihnen regelmäßig erzählt oder vorgelesen wird.“