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NWZonline.de Ratgeber Beruf & Bildung

Optische Akzente setzen: Wie werde ich Stuckateur/in?

10.05.2021

Lahr (dpa/tmn) - Gips, Mörtel und Farbe. Solche Materialien gehören zur Arbeitswelt von Jonas Schwarzwälder. Der 16-Jährige absolviert bei der Firma Hilberer in Lahr-Reichenbach eine Ausbildung zum Stuckateur.

Draußen wie drinnen ist er tätig - ein Wechsel, der ihm gefällt. Er verputzt Decken, Wände und Fassaden und integriert dabei die Beleuchtung ebenso wie etwa Schall- und Brandschutz. Auch kunstvolle Stuck-Verzierungen an und in Häusern sowie das Herstellen von Fließestrichen gehören zu seinen Aufgaben.

Toll findet Jonas Schwarzwälder, dass er mit seiner Arbeit optische Akzente setzen kann. "Das Beste ist aber, dass jeden Tag was Neues ansteht und nicht immer das Gleiche."

So sieht es auch Oliver Heib. Der Vorsitzende des Bundesverbands Ausbau und Fassade im Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) sagt: "Der Stuckateur-Job ist ein äußerst abwechslungsreicher und kreativer Beruf." So sind Stuckateure beispielsweise auch im Bereich der energetischen Ausrüstung von Gebäuden tätig. Dazu gehört das Anbringen von Wärmedämmverbundsystemen aber auch von Innenwand-, Dach- und Kellerdeckendämmungen.

Stuck für die Altbauwohnung

Sowohl beim Umbau von Bestandsgebäuden als auch bei der energetischen Sanierung des Gebäudebestandes gibt es jede Menge Arbeit. Sollen zum Beispiel viel zu große Zimmer neu aufgeteilt werden, fertigen Stuckateure Trennwände. Sie bauen bei Bedarf aber auch Fertigteildecken ein und statten etwa Altbauwohnungen mit Stuck aus. "Es ist toll, wenn man abends sieht, was man geleistet hat", sagt Jonas Schwarzwälder.

Schwere Baustoffe fordern die körperliche Fitness

Wer sich für den Beruf interessiert, sollte zudem mindestens einen Hauptschulabschluss in der Tasche haben. Das sichere Beherrschen der Grundrechenarten ist ebenfalls wichtig. Solche Kenntnisse sind nötig, um etwa den Bedarf an Baustoffen exakt zu ermitteln oder Aufmaße zu erstellen. Auch auf ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen kommt es an. Staub und Schmutz dürfen einem nichts ausmachen.

Stuckateure sind etwa auch dann im Einsatz, wenn es darum geht, erhaltenswerte historische Bausubstanz wie etwa Kirchen und Denkmäler zu restaurieren. "Ein Sinn für künstlerische Stilelemente sollten Bewerber neben Kreativität und Fingerspitzengefühl in jedem Fall mitbringen", so Heib.

Der Job ist zudem körperlich anstrengend. So müssen etwa Säcke mit Zement sowie Gipsfaser- oder Dämmplatten gehoben, getragen und angebracht werden. "Abends bin ich manchmal ganz schön k.o.", sagt Azubi Jonas Schwarzwälder.

Mit der Weiterbildung ins Baustellenmanagement

Wer als Stuckateur weiterkommen will, kann sich zum Vorarbeiter oder Werkpolier fortbilden. "Damit übernimmt der Stuckateur Managementfunktionen auf Baustellen", sagt Heib. Möglich ist auch, die Meisterprüfung abzulegen.

Dieses Ziel verfolgt Jonas Schwarzwälder. Später will er in den in dritter Generation geführten elterlichen Betrieb einsteigen und ihn übernehmen, wenn sein Vater eines Tages in den Ruhestand geht.

Die Vergütung ist unterschiedlich und orientiert sich an Tarifverträgen. Im ersten Ausbildungsjahr kann sie nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit je nach Bundesland monatlich zwischen 805 und 840 Euro brutto betragen, im dritten Jahr sind es zwischen 1210 und 1495 Euro brutto im Monat. In nicht-tarifgebundenen Betrieben ist die Vergütung mitunter niedriger.

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© dpa-infocom, dpa:210507-99-510674/2

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