OSTERNBURG - Heißa, eine Schneeballschlacht: Für die Kinder der Grundschule Auf der Wunderburg begann die neue Woche mit einem besonderen Vergnügen. Sie tobten am Montagmorgen ausgiebig auf einem riesigen Schneeberg. Der war per Lastwagen angeliefert worden – nach dem Motto: Wenn der wahre Winter nicht kommen will, dann holt man sich ihn eben selber her.
Die 16-jährige Clara Förderreuther hatte für dieses kalte weiße Geschenk gesorgt. Vier Tonnen Schnee waren ihr Gewinn bei einem Preisausschreiben gewesen. Eigentlich wollten Clara und ihre Familie den Schnee am Heiligabend zu Hause auf ihrem Hof verteilen lassen. „Das ist aber nicht möglich, weil unsere Auffahrt das Gewicht von dem Lastwagen nicht tragen kann“, erklärte Claras Mutter, Susanne Förderreuther. „Dann haben wir uns dazu entschlossen, den Schnee zu verschenken.“
Clara, die die zehnte Klasse des Alten Gymnasiums besucht, entschied, der Grundschule Auf der Wunderburg und damit ihrer kleinen Schwester Marie, die dort Schülerin ist, eine Freude zu bereiten. Die Spende kam gut an. „Ich finde es total schön, dass Clara der Schule den Schnee geschenkt hat“, so die zehnjährige Marie.
Angeliefert worden war der Kunstschnee aus der Skihalle Snow Dome in Bispingen (Lüneburger Heide). Um 8 Uhr kamen die vier Tonnen auf den Transporter. Um 11 Uhr erreichte der Laster die Ekkardstraße. Die Kinder hatten sich schon erwartungsvoll auf dem Schulhof versammelt. Mit großen Augen guckten sie zu, wie der Schnee in einem Rutsch entladen wurde. Und sofort wurde der Schneeberg gestürmt. „Das ist so schön, dass wir jetzt schon Schnee haben. Jetzt können wir Schneemänner bauen“, jubelte die sechsjährige Merle Fuchs. Auch die Schulleitung war begeistert von dieser Aktion: „Wir haben natürlich sofort zugesagt, als wir gefragt worden sind, ob wir den Schnee haben wollen. Wir freuen uns sehr für die Kinder. Das ist wirklich ein sehr schönes Geschenk“, betonte Schulleiterin Claudia Meyer.
Wie lange das Vergnügen dauert, wird sich zeigen. Der Regen am Montag ließ den Kunstschneeberg schon schrumpfen. „Es bleibt nur zu hoffen, dass sich das Wetter ändert und es richtig kalt wird“, so Claudia Meyer.
