OSTERNBURG - Es ist eine Rückkehr: Nach vielen Jahren der Aus- und Fortbildung sowie der Arbeit rund um das Thema Religion ist Daniela Koeppler wieder in Oldenburg. Die 42-jährige, die nun offiziell als neue Vikarin in der Gemeinde Osternburg vorgestellt wurde, hat das große Glück, diesen Weg ins Pastorenamt in ihrer Heimatstadt gehen zu können.

„Darüber habe ich mich natürlich sehr gefreut“, sagt Koeppler. Schließlich verbrachte sie in Oldenburg ihre Kindheit, besuchte zunächst die Wallschule und machte ihr Abitur am Alten Gymnasium. „Die Ausbildung am AGO hat mich auch auf die geisteswissenschaftliche Fährte gebracht“, erklärt Koeppler ihr Interesse für die Theologie.

Dieses Fach belegte sie anschließend gemeinsam mit Geschichte an der Uni Oldenburg, wo sie im Jahr 2000 ihren Abschluss machte – um dann für mehr als zehn Jahre Oldenburg den Rücken zu kehren. Es folgten ein Aufbaustudium in Israel, eine Fortbildung in Köln und dort auch die Arbeit an einer Kunsthochschule, wo sie in der Lehre und der Verwaltung tätig war sowie die Bibliothek mit aufbaute. Zudem arbeitete sie für die Kultusministerkonferenz in Bonn.

Im Zentrum fast jeder ihrer Stationen stand das Verständnis zwischen den Religionen. So gehörte der regelmäßige Schüleraustausch zwischen Israel bzw. den palästinensischen Gebieten und Deutschland zu ihren Aufgaben bei der Kultusministerkonferenz. Auch ihre Dissertation, die sie unter dem Titel „Zelte der Begegnung“ an der Universität Bonn verfasste, beschäftigt sich mit diesem Thema. Für diese Arbeit wurde sie noch im Sommer mit dem 3500 Euro dotierten „Georgia-und-Helmut-Friedrich-Stiftungspreis für interkulturelle Theologie“ ausgezeichnet.

Besonders der jüdisch-christliche Dialog hat es Koeppler angetan, spätestens seit ihrer Zeit in Israel, wo sie sich mit Jüdischen Studien befasste. „Ich fand es schon immer wichtig über den eigenen Tellerrand zu schauen.“

Das Miteinander der Religionen möchte die Vikarin auch in Oldenburg weiter fördern, schließlich gebe es hier eine lebendige und dialogbereite jüdische Gemeinde. In der neuen Rabbinerin Alina Treiger sieht Koeppler zudem jemanden, der für Gespräche offen ist. „Ich habe den Eindruck, dass es ein guter Zeitpunkt ist, um in Oldenburg meine Arbeit zu beginnen“, so Koeppler.

An erste Stelle steht allerdings das Vikariat in der Osternburger Gemeinde. Dabei wird ihr Pastorin Anne Jaborg zur Seite stehen. Zweieinviertel Jahre dauert diese Ausbildung. Sie soll der Grundpfeiler sein für das Miteinander der Religionen, das Koeppler seit vielen Jahren als Ziel verfolgt. „Denn ich glaube, man braucht einen festen Standort, um diesen Dialog fördern zu können.“

Patrick Buck
Patrick Buck Redaktion Oldenburg (Stv. Leitung)