OSTERNBURG - Das seltsame Wesen namens „Etwas Anderes“ ist traurig und einsam. Auf der Suche nach Freunden möchte niemand etwas mit ihm zu tun haben. „Du bist etwas anderes. Du gehörst nicht zu uns“, sagen alle. Plötzlich betritt ein noch seltsameres Wesen, „Etwas“, die Bühne und bittet um Freundschaft – mit Erfolg.

Mit diesem englischen Stück fassten die jungen Schauspieler der Paul-Maar-Schule das Geschehen am Mittwochvormittag perfekt zusammen. Zuvor hatten Herbert Allerheiligen, Leiter der Grundschule, und die Lehrkräfte die 16 Teilnehmer des europäischen Schulprojektes „Comenius“ aus Ankara (Türkei), Laguna del Duero (Spanien), London (England) und von der Oldenburger Grundschule Hogenkamp begrüßt.

Seit zwei Jahren läuft das Projekt unter dem Motto „Rhythm of Life – Der Rhythmus des Lebens“ bereits. Koordinatoren, Schulleiter und Lehrer aus verschiedenen Ländern schlossen sich dafür für insgesamt drei Jahre zusammen. Jedes halbe Jahr reisen die Teilnehmer an eine Schule, um den weiteren Verlauf zu besprechen.

„Im Grundschulbereich nehmen nur die Lehrer an den Reisen teil", erklärte Herbert Allerheiligen. Trotzdem erreiche das Projekt die Schüler direkt: „Sie pflegen im Schulalltag einen Austausch mit den anderen Schulen durch Briefe und E-Mails. Aber auch durch Fotos, die ein bestimmtes wichtiges Ereignis zeigen, das wir den Schülern erklären. Die Lehrer bringen von ihren Reisen Lieder und Tänze mit, die sie den Schülern zeigen, und neue Unterrichtsmethoden.“

Auch Schuldezernent Martin Schumacher zeigte sich angetan von dem Comenius-Projekt: „Nachdem wir gerade das erste Internationale Freundschaftstreffen ausgerichtet haben, soll es zur Gewohnheit werden, dass sich Oldenburg international öffnet“, sagte er. „Begegnungen interkultureller Art erweitern den Horizont. Auch wenn man sich unterscheidet, ist man sich ähnlicher, als man denkt. In diesem Kontext erfährt man das Gemeinsame über den jeweiligen Lebensalltag. Das lernt man in keinem Lehrbuch.“

Die Kinder der Paul-Maar-Schule bewiesen mit ihrer Begrüßungsfeier, dass sie offen für andere Kulturen sind. Sie führten Tänze vor und sangen Lieder in Englisch, Französisch, Türkisch und Spanisch. Für sie ist die Geschichte von „Etwas“ und „Etwas Anderes“ bereits Realität.