OSTERNBURG - Über Wochen haben sie sich ins Zeug gelegt. Mit Hammer und Meißel können die 16-Jährigen routiniert umgehen. Im Lernfeld „Bauen in der Schule“ der Haupt- und Realschule Osternburg ist unter Anleitung des Lehrers Frieder Aumann aus Steinen der alten VfB-Mauer ein imposanter Grill für den Schulgarten entstanden. Der Einsatz mit Rost aus Edelstahl wurde von der Justizvollzugsanstalt (JVA) gespendet. Dort stellen Häftlinge diese Geräte für den Online-Verkauf her.

Am Dienstagabend wurde das Projekt dem Schulausschuss vorgestellt. Es folgte die Einweihung des Grills, und die Ausschussmitglieder genossen den köstlichen Abschluss der Sitzung.

„Der Grill ist der Anfang“, sagt Frieder Aumann mit Blick auf den riesigen Haufen von Steinen, die auf dem Schulgelände lagern. Eine Trockenmauer für Weinstöcke und die Umfriedung des Pavillons, der als grünes Klassenzimmer dient, sind geplant.

Martin Scheibert, einer der Akteure des Projektes „Altes VfB-Stadion“, bei dem es um den Erhalt dieses Stückes Oldenburger Kultur- und Sportgeschichte geht, ist begeistert von der Einsatzfreude der Jugendlichen. „Durch eigenes aktives Erleben erfahren sie zudem, dass man quasi aus nichts etwas machen kann.“

Die schwere Arbeit habe viel Kraft und Schweiß gekostet, sagt Frieder Aumann. „Wir hatten auch nicht immer Lust“, gibt er zu. Es sei schon schwierig, die Steine aus dem Betonmörtel der 59 Jahre alten Mauer zu lösen. Vom Verein „Hauptschule im Blick“ wurde mittlerweile eine Steinkreissäge für das Projekt gesponsert. „Aber zunächst muss hier jeder Schüler mit Hammer und Meißel arbeiten“, so Aumann. Er betont auch die fächerübergreifenden Aspekte. Mathematik, Physik, Kunst, Geschichte und andere Schulfächer spielten eine Rolle. Zusammen mit der JVA-Leitung werde darüber hinaus überlegt, wie man die Kooperation – zur Prävention – ausbauen könne.

Die Jugendlichen blicken stolz auf ihr erstes Werk. Die Arbeit hat manchem eines gezeigt: „Als Hobby macht mir das Handwerk Spaß, beruflich ist das nichts für mich“, sagt Lukas Mieth.