OSTERNBURG - Die Janusz-Korczak-Schule darf sich nicht mehr Janusz-Korczak-Schule nennen. Der heilpädagogische Schulzweig der Freien Waldorfschule Oldenburg hat von der Landesschulbehörde ein entsprechendes Verbot auferlegt bekommen. „Als Begründung wurde uns gesagt, dass ein Schulzweig keinen eigenen Namen führen darf“, sagt Ursula Brunkhorst, Geschäftsführerin der Einrichtung an der Stedinger Straße.
Nachvollziehen könne sie diesen Schritt nicht. „Wir wollten unsere Schule bekannter machen und haben uns daher vor vier Jahren einen Namen gegeben“, so Brunkhorst. Denn: „Heilpädagogischer Schulzweig der Freien Waldorfschule Oldenburg ist einfach zu lang und nicht einprägsam.“
Doch da wurde die Entscheidung ohne die Landesschulbehörde gemacht. Das Niedersächsische Schulgesetz sehe eine eigene Namensgebung nicht vor, bestätigt Thomas Schippmann, Leiter der Abteilung Osnabrück der Landesschulbehörde, auf NWZ -Anfrage. Man habe der Freien Waldorfschule 1994 ausdrücklich einen Schulzweig und keine eigenständige Schule genehmigt. „Das Verbot sagt nichts über die Qualität der Schule aus“, stellt Schippmann klar. Man richte sich nur an gesetzlichen Vorgaben. Brunkhorst kündigte an, dass Verbot ernst zu nehmen und zukünftig auf die Formulierung „Janusz-Korczak-Schule“ zu verzichten.
Der heilpädagogische Schulzweig der Freien Waldorfschule besteht seit 1994. Es ist eine Schule in freier Trägerschaft für Kinder und Jugendliche, die einen sonderpädagogischen Förderbedarf für Lernhilfe, Erziehungshilfe oder geistige Behinderung haben. Zum Einzugsbereich gehören die Stadt Oldenburg und alle umliegenden Landkreise. Momentan lernen 92 Schüler in zwölf Klassen. Zum kommenden Schuljahr kann der Neubau auf dem ehemaligen Bahlsen-Gelände in Betrieb genommen werden. Dann können 140 Kinder und Jugendliche aufgenommen werden. Kontakt: Tel. 0441/4 10 40.
