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Betreuung In Ovelgönne Gemeinde baut gegen Platznot an

Ovelgönne - Mit einem ganzen Bündel von Maßnahmen geht die Gemeinde Ovelgönne den drohenden Platzmangel in Grundschulen und Kindertagesstätten an. Der Ausschuss für Bildung und Familie sprach sich am Mittwochabend einstimmig für die Vorhaben der Gemeindeverwaltung aus.

Grundschulen

Im Bestand umgebaut werden soll auch in der Grundschule Ovelgönne. Architekt Thomas Schramm (Architekturbüro Bolte & Schramm) stellte dem Ausschuss einen ersten Entwurf des Raumkonzeptes vor. Um die benötigten acht Klassenräume für die zweizügige Grundschule beibehalten zu können, müssen einige Räume getauscht und umgenutzt werden. Im Zuge der Inklusion sollen vier Klassenräume so genannte Differenzierungsräume erhalten. Ebenfalls neu eingerichtet werden sollen ein Erste-Hilferaum (dessen Lage bemängelt wurde), ein behindertengerechtes WC mit Dusche und ein Rückzugsraum. Schulleiterin Eva Ringwelski sprach sich zudem für die Trennung von Musikraum und Küche aus.

Unstimmigkeiten gibt es noch zur Einrichtung eines Computerraums. Auch, dass nur vier der acht Klassenräume Differenzierungsräume erhalten sollten, stieß auf Kritik. Inklusionskinder könnten so nur jeweils eine Klasse eines Jahrgangs besuchen. Schramm führte allerdings aus: „Wenn zusätzlicher Raum gewünscht wird, müssen wir anbauen. Und das wird teurer.“ Einen Zeitplan gibt es noch nicht. Bürgermeister Christoph Hartz wünscht sich angesichts der zahlreichen Baustellen eine Priorisierung durch die Politik. Der Bauausschuss könnte darüber in seiner Sitzung am 10. April diskutieren.

Für die nachmittägliche Hortbetreuung sind insgesamt vier Räume vorgesehen, zwei für die Betreuung, zwei für die Hausaufgaben. Derzeit werden 37 Hortkinder betreut. In einer Befragung unter allen Eltern von Kindergarten und Grundschulkindern soll der künftige Bedarf an Hortplätzen in der Gemeinde ermittelt werden.

Für die Grundschule Großenmeer ist ein Anbau denkbar, um den Platzbedarf und die Anforderungen an die Inklusion zu erfüllen. Die bisherigen Planungen sehen einen zweigeschossigen Anbau im Eingangsbereich vor. Im Erdgeschoss könnte unter anderem ein Mehrzweckraum entstehen, im ersten Stock ein Raum, der als Bücherei und für die Hortbetreuung genutzt werden könne. Aber auch eine Reserve als Klassenraum ist denkbar. Denn: Durch die Baugebiete sei insbesondere in Großenmeer der Bedarf groß. Es sei angesichts der Zuzüge nicht immer davon auszugehen, dass die Schule einzügig bleibe, hieß es. Damit wurde der erste Plan eines „grünen Klassenzimmers“ auf einer großen Dachterrasse eines dann nur eingeschossigen Anbaus verworfen. Eine Terrasse soll es dennoch geben, aber in der Größe deutlich reduziert. Schulleiterin Sabrina Janßen brachte die „nächste Herausforderung“ vor: die Parkplatzsituation. Auch hierzu sollen weitere Details in der nächsten Bauausschusssitzung besprochen werden.

Kindertagesstätten

Gebaut wird auch in der unmittelbaren Nachbarschaft der Grundschule Großenmeer: an der Kindertagesstätte „Nordlicht“. Und noch vor Eröffnung der Erweiterung will die Gemeinde die benötigten Fachkräfte einstellen. Da diese mit Beendigung der Ausbildung ab dem 1. August auf dem Markt und sehr begehrt seien, sprach sich der Ausschuss einstimmig dafür aus, schon zuzugreifen, bevor sich alle Erzieherinnen Ende des Jahres schon anders orientiert hätten. Beschäftigung finden sollen sie bis zur Eröffnung in der Großtagespflege.

Dass der Bedarf an weiteren Plätzen groß ist, machte Ulrike Mayer, Leiterin der Familien- und Kinderservicebüros Ovelgönne, dem Ausschuss deutlich: Von den 42 Plätzen im Krippenbereich seien 41 belegt (ein Platz in Ovelgönne ist noch frei), elf Kinder stünden auf der Warteliste – „ohne Familienzuzüge und Neubaugebiet“. Pro-bleme werde es voraussichtlich im übernächsten Kindergartenjahr geben: Dafür stehen 17 Kinder in Großenmeer auf der Warteliste, die bisher keinen Platz haben.

Quasi zur Optimierung der Situation sprach sich der Ausschuss – ebenfalls jeweils einstimmig – dafür aus, eine Halbtagsgruppe in der Kindertagesstätte „Villa Kunterbunt“ in Ovelgönne in eine Ganztagsgruppe umzuwandeln. Dadurch wird das Betreuungsangebot von 43 auf 53 Plätze erhöht. Der zusätzliche Personalbedarf könne durch Aufstockung einer Kraft aufgefangen werden. Die zusätzlichen Personalkosten von 15 000 Euro sollen durch Landesförderung von 3000 Euro und erhöhten Zuschuss des Landkreises (Höhe ist von der Zahl der Anmeldung abhängig) gedeckt werden.

Umwandlungen in eine altersübergreifende und in eine Ganztagsgruppen stehen auch in der Kita „Sonnenblume“ in Oldenbrok an. Zwar wird hier die Zahl der Gesamtplätze reduziert, bei den Unter-Dreijährigen verschafft das aber etwas Luft.

Markus Minten
Markus Minten Stadt Oldenburg und Ammerland (Leitung)
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