Friesoythe/Thüle - Er sei kein Mensch, der gerne im Mittelpunkt stehe, sagt Dr. Romke de Vries von sich selbst. Doch am Mittwoch führte daran kein Weg vorbei. Schließlich war es der Tag seiner Verabschiedung. 15 Jahre lang leitete der 66-Jährige als Rektor die Elisabethschule in Friesoythe. Zum Ende seiner beruflichen Laufbahn wurde daher aus Dankbarkeit ein großes Fest gefeiert, bei dem de Vries natürlich im Mittelpunkt stand.

Los ging es bereits am frühen Morgen in der Förderschule am Großen Kamp Ost. Die Schüler hatten hatten ihm einen unterhaltsamen Empfang mit vielen bunten Aktionen bereitet. Danach ging es mit einem offiziellen Festakt im Lindensaal in Thüle weiter.

„Wir bedauern, dass wir einen angesehenen Schulleiter verlieren“, sagte Kreisrat Neidhard Varnhorn stellvertretend für den Landkreis Cloppenburg als Schulträger. De Vries sei ein Pädagoge aus Berufung und ein stets kompetenter und angenehmer Gesprächspartner gewesen. „Sicher wird es Ihnen fehlen, Kinder für das Leben zu rüsten“, so Vanhorn. Aber jetzt beginne ein Leben ohne Glockenschlag und Terminkalender.

Der Kreisrat hatte auch noch eine überaus positive Nachricht parat. Er kündigte an, dass die – durchaus in die Jahre gekommene – Elisabethschule wohl bald saniert werden könne. Ab 2017 könnte dies angegangen werden, sagte Varnhorn.

Stellvertretend für die Stadt Friesoythe sprach der stellvertretende Bürgermeister Bernd Möller seinen Dank aus. „Sie haben ihr Klassenziel erreicht. Sie werden in den Ruhestand versetzt“, sagte Möller. Und lobte: „Sie sind mit großem Engagement und Erfolg ihrer nicht immer leichten Arbeit nachgegangen und haben die Schule weiterentwickelt und maßgeblich geprägt.“ Dem schloss sich Udo Arends, Leiter der Gerbert-Schule Altenoythe, an. Er sprach für alle Schulleiter im Einzugsgebiet der Elisabethschule und bezeichnete de Vries als einen Schulleiter „mit gesundem Menschenverstand“ und als „ehrlichen Pädagogen“.

„Sie haben tolle Arbeit geleistet und wir sind dankbar, dass unsere Kinder bei Ihnen waren. Alle sind traurig, dass sie aufhören. Das ist ein großer Verlust“, sagte Alexandra Schmutzler, Vorsitzende des Schulelternrates. „Wir werden Dich vermissen“, sagte auch Bernd Hinrichs, Vorsitzender des Fördervereins. Man habe in guter Zusammenarbeit viel auf den Weg gebracht.

Es bleibe ein gut bestelltes Feld zurück, sagte im Namen des Kollegiums Ilona Stiefs und lobte de Vries als einen Kapitän der Mannschaft, der stets Fairness und Teamgeist vorgelebt habe. Ein Lob, das wohl jeder Rektor am Ende der Dienstzeit gerne hört, gab es von Ria Jürgens-Taje: „Sie waren ein bei Schülern und Lehrern beliebter Schulleiter.“

Karl-Heinz Book, Dezernent der Landesschulbehörde, brachte die Personalakte von Romke de Vries mit – drei Bände dick. Er berichtete davon, dass de Vries, ein gebürtiger Holländer, von der Volksschule beginnend bis hin zu seinem letzten Amt in Friesoythe eine stetige Verwandlung vollzogen habe mit der Liebe zu außergewöhnlichen Betätigungsfeldern. Er habe sich stets für Förderschulen und die dafür erforderliche Didaktik eingesetzt und dabei immer ein Herz für Schüler und Schule gehabt.

„Danke für 15 schöne und interessante Jahre“, sagte de Vries und beendete den offiziellen Teil der Verabschiedung mit einem Wort: „Tschüss.“

Carsten Bickschlag
Carsten Bickschlag Redaktion Münsterland (Leitung Cloppenburg/Friesoythe)