Grummersort - Nach ihrer Schulzeit unbedingt etwas Praktisches machen, wollte Liselle Hauck. Die 19-Jährige stammt aus der pfälzischen Kleinstadt Edenkoben und verbringt ein Freiwilliges Ökologisches Jahr in der Hofgemeinschaft Grummersort.

Über die Internetrecherche war sie auf den Biohof in der Gemeinde Hude aufmerksam geworden. „Ich wollte gern die pädagogische und die praktische Arbeit miteinander verbinden“, sagt die Abiturientin. Daher habe sie die Stelle auf dem Hof auch am meisten interessiert. Zudem sei der Wunsch, das gewohnte Umfeld für eine gewisse Zeit zu verlassen, sehr groß gewesen. „Früher war immer alles in meiner unmittelbaren Umgebung. Das wollte ich mal verändern“, sagt sie.

Seit Anfang September arbeitet sie nun eifrig auf dem Biohof mit. Und ein Arbeitstag beginnt dort oft schon sehr früh, wenn bspw. vorgeerntet werden muss.

Nach einem gemeinsamen Frühstück mit den Gärtnern des Biohofes bereitet die FÖJ-lerin dann alles für das Frühstück der Schulklassen vor, schneidet Brot und Käse, stellt die Säfte bereit und erledigt alles was noch dazugehört. Im Anschluss daran betreut sie gemeinsam mit einer Kollegin die Schulkassen und absolviert mit ihnen verschiedene Programme, wie das Herstellen von Käse, das Ernten der Möhren und das Buttern. Das Programm sei dabei vom jeweiligen Alter abhängig. Und vom Kindergarten bis zur Oberschule seien alle Altersklassen vertreten. Ihre erste Gruppe betreute Hauck bereits am Dienstag mit Marlies Martensen, denn der Kindergarten Altmoorhausen war zum Möhren ziehen zu Besuch.

Nach dem gemeinsamen Frühstück mit den Gruppen heißt es für die FÖJ-lerin dann das Geschirr abzuräumen. Nach einer Pause und der Besprechung mit dem Team folgt schließlich die praktische Arbeit, angefangen bei der Betätigung auf dem Feld sowie in der Gärtnerei zwischen Gurken- sowie Paprikapflanzen und Co. bis hin zum Waschen des Gemüses. Dabei sei sie zwar hauptsächlich in der Gärtnerei eingeteilt, erhalte aber durchaus auch Einblicke in andere Bereiche, wie der Käserei oder Holzofenbäckerei. Mit der Arbeit käme sie ganz gut zurecht, genau wie mit den anderen Hofbewohnern und Kollegen, sagt sie. „Sie sind alle sehr nett, haben offene Charaktere, helfen, wenn Probleme sind und fragen auch mal nach“, schwärmt Hauck.

Neben der Arbeit auf dem Biohof stehen für die Pfälzerin auch 25 Seminartage auf dem Stundenplan. Innerhalb dieser werden immer wieder verschiedene Themen, wie die Projektplanung, diskutiert. Am Ende des Jahres soll dann ein eigenes Projekt entwickelt werden, dass dem Hof zugute kommt.

Im nächsten August endet das Jahr für die FÖJ-lerin. Doch auch für die Zeit danach hat Hauck schon Pläne: So möchte sie am liebsten Soziale Arbeit studieren und danach mit Jugendlichen arbeiten. Ihr neuer Wohnort soll dann die alte Heimat werden, sagt sie. Denn immer so ganz ohne Familie zu sein, sei trotz aller Freude über die Arbeit auf dem Hof schon eine große Umstellung.