Bümmerstede - Nur eben kurz mit dem Auto vor der Schule halten und das Kind absetzen – eine chaotische Verkehrssituation an zugeparkten Straßenrändern kann die Folge sein. Damit dieses Szenario bald der Vergangenheit angehört und Grundschüler zu selbst- und verantwortungsbewussten Verkehrsteilnehmern erzogen werden, hat am Dienstag das Projekt „Kliberger Schulexpress“ an der Grundschule Klingenbergstraße Fahrt aufgenommen.
Dabei handelt es sich nicht etwa um ein motorisiertes Gefährt, sondern um ein Verkehrsprojekt, das zu mehr Eigenständigkeit animieren und das Verkehrsaufkommen reduzieren soll.
13 Schilder verweisen ab sofort im Kreyenbrücker Einzugsgebiet auf die Sammelpunkte, an denen sich die Grundschüler treffen, um in festgelegten Kleingruppen zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Schule zu gelangen. Wer sich vor der ersten Stunde schon bewegt und Sauerstoff getankt hat, ist im Unterricht aufmerksamer und kann besser lernen, ist das Organisationsteam an der Grundschule überzeugt.
Eine Förderung des Selbstbewusstseins und Praxiserfahrungen im Straßenverkehr gehören zu den weiteren Argumenten für einen selbstständig zurückgelegten Schulweg. „Das stärkt das Gemeinschaftsgefühl, weil auf diese Weise viele klassenübergreifende Haltestellenfreundschaften entstehen“, ist Schulleiterin Marina Pelka sicher.
Fast alle der rund 230 Grundschüler machen mit. „Die Absagen kann ich an zwei Händen abzählen“, freut sich Pelka, die seit September das Projekt an ihrer Schule zusammen mit Eltern, Lehrern und der Polizei vorbereitet hat. Die Idee des Schulexpress stammt von Verena Nölle aus Bremen. Auch die Grundschule Staakenweg hat den Schulexpress eingeführt. Schulelternratsvorsitzender Uwe Schnellecke lobte den Einsatz. Um Nachhaltigkeit zu gewährleisten, soll es Preise für die Klassen geben, die prozentual am häufigsten auf die Autofahrt verzichten, versprach Schulleiterin Marina Pelka.
Am Dienstag wurde die feierliche Eröffnung der Treffpunktschilder von einem Verkehrssicherheitstag an der Grundschule flankiert. In Fahrrad- oder Tretroller-Parcours konnten die Schüler ihre Balance und Beweglichkeit – unerlässliche Eigenschaften im Straßenverkehr – unter Beweis stellen. Marcus Buß und zwei Mitstreiter des Oldenburger Round Table 14 zeigten an einem Mercedes-Truck die Gefahrenquelle des toten Winkels auf. Drei Tage lang werden die Schüler bei ihrem Schulexpress noch von den Eltern begleitet, bis sie sich ab der nächsten Woche eigenständig zum Unterricht aufmachen werden. Mehr bei Uwe Schnellecke unter Tel. 01578/378 12 85.
