Ganderkesee - Im Streit um die angekündigte Aussetzung der Klassen- und Kursfahrten, mit der die Lehrerschaft des Gymnasiums Ganderkesee auf die seitens der Landesregierung angekündigte Mehrarbeit reagiert (die NWZ  berichtete), hat der Personalrat am Freitag angekündigt, das Gespräch mit Schülervertretern und Schulelternrat suchen zu wollen.

Die vom Schulelternrat am Mittwoch geäußerte Kritik an der Entscheidung des Personalrats weisen die gewählten Vertreter des Kollegiums in einer schriftlichen Stellungnahme ausdrücklich zurück. „Leider nimmt der Schulelternrat auf die genannten Argumente keinen Bezug, sondern beschränkt sich auf Anschuldigungen gegen den Personalrat und gegen das gesamte Kollegium“, heißt es in der jüngsten Mitteilung.

Die Elternvertreter hatten – wie berichtet – unter anderem moniert, dass sich kein kon­struktiver Dialog mit dem Personalrat habe aufbauen lassen. Das dementiert Letzterer. „Der Personalrat empfand den Kontakt zum Schulelternrat als zugewandt“ und habe ihn seit dem ersten Treffen am 4. Dezember 2013 regelmäßig über die Entwicklungen auf dem Laufenden gehalten, argumentieren die Unterzeichner Karen Freund, Joachim Böske, Birgit Heidbreder, Jürgen Schneider und Andrea Weigelt.

Den Vorwurf des Elternrats, Schüler bei der Protestaktion „Schwarzer Freitag“ instrumentalisiert zu haben, möchte der Personalrat ebenfalls nicht stehen lassen. So sei die Unterstützung des Protests auf freiwilliger Basis erfolgt, und es sei im Vorfeld deutlich erklärt worden, „dass von Seiten der Lehrkräfte keine Erwartungen an Schülerinnen und Schüler gestellt wurden“.

Die Vertreter des Lehrerkollegiums weisen ferner darauf hin – und belegen dies mit einer chronologischen Auflistung von Protestaktionen –, dass das Aussetzen der Schulfahrten erst nach einer Reihe von Bemühungen erfolgt sei. Das aber würdige der Schulelternrat nicht. Auch werde nicht gesehen, dass sich das Kollegium mit dieser Maßnahme mit den umliegenden Schulen solidarisiere, die Maßnahme zeitlich befriste und bereits gebuchte Fahrten nicht gefährde.

„Für den Unmut an sich haben wir Verständnis, nicht jedoch für die Form, diesen auszudrücken“, erklärt der Personalrat bezogen auf das Schreiben des Schulelternrats.

Die Schülervertretung (SV) des Gymnasiums Ganderkesee hat am Freitag in einer schriftlichen Erklärung noch einmal ihre Missbilligung des von den Lehrern gewählten Protestmittels – nicht aber des Protests an sich – erklärt. Die SV positioniere sich eindeutig gegen die Streichung der Klassenfahrten, sei aber weiterhin offen für alternative Protestaktionen der Lehrerschaft und grundsätzlich bereit, diese zu unterstützen.

Karoline Schulz
Karoline Schulz Redaktion Ganderkesee