PETERSDORF - Elisabeth Schwerdt und Agnes Brinkmann leisten seit 2001 erfolgreich pädagogische Arbeit. Sie betreuen 29 Erst- undZweitklässler.
Von H.-C. Bokelmann
PETERSDORF - 12.15 Uhr im alten Lehrerhaus der Petersdorfer Grundschule: Dennis ist auch nach vier Stunden Unterricht hoch konzentriert. Mit Gefühl gießt er das Wasser in verschiedene Gefäße. Dennis ist einer von insgesamt 29 Erst- und Zweitklässlern der Grundschule Petersdorf, die nach ihren vier Unterrichtstunden von den pädagogischen Mitarbeiterinnen Elisabeth Schwerdt und Agnes Brinkmann betreut werden.Das Betreuungsangebot ist freiwillig, wird aber von 29 der 32 Erst- und Zweitklässler angenommen. Eine Quote, die belegt, wie sehr Eltern und Kinder das Angebot der Verlässlichen Grundschule schätzen.
Die Grundschule in Petersdorf gehörte in Niedersachsen zu den ersten Grundschulen, in denen das Betreuungsangebot angeboten wurde, erläutert Schulleiterin Johanna Albers. Und dass das Projekt Petersdorf erfolgreich ist, zeigen nicht nur die gerade genannte Schülerqoute, sondern auch die durchweg positive Rückmeldungen der Eltern zum Angebot des Pädagogik-Duos Schwerdt/Brinkmann.
„Nach den vier Stunden Unterricht bieten wir den Kindern Freiarbeit als Handlungs-, Bildungs-, Lern-, und Leistungsfeld an“, erläutert Elisabeth Schwerdt, die als Erzieherin mit Leitungserfahrung über ein Montessori-Diplom verfügt. Sie betont, dass die Betreuung einen ganzheitlichen Erziehungs- und Bildungsauftrag hat. In den eigens dafür eingerichteten Räumen fällt auf, dass die Kinder individuell „abgeholt“ werden. Während Dennis beim Wassergießen seine Fein- und Fingermotorik schult, puzzeln Celine, Vera und Jan an einem Nachbartisch. Alexander hat sich mit zwei Klassenkameraden in die Rollenspiel-Ecke zurückgezogen, eine weitere Gruppe spielt Memory, und ein Mädchen, das nicht gestört werden möchte, hat sich in den Ruheraum zurückgezogen. Im alten Lehrerhaus stehen unter anderem zudem eine Küche für hauswirtschaftliche Übungen und der Pausenhof als Aktionsraum für Pedalos, Stelzenlaufen etc. zur Verfügung.
„Die Kinder erleben nicht theoretische Handlungs- oder isolierte Übungsangebote, sondern die Freiarbeit bezieht sich stets auf selbstaktive, praktische Tätigkeit“, erklärt Agnes Brinkmann.
Derweil probiert Denis beim Wassergießen noch einmal andere Gefäße aus. Dass er damit seine Hand-Auge-Koordination schult, die als Voraussetzung für erfolgreiches Schreiben lernen gilt, ist ihm nicht bewusst. Aber das macht ja auch nichts. Mit dem geschickten Einsatz der didaktischen Lernmaterialien sorgt das Betreuungsduo Schwerdt/Brinkmann dafür, dass in Petersdorf sprichwörtlich nicht nur mit Fingerspitzengefühl, sondern auch spielerisch Wertvolles gelernt wird.
