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Austausch „Ich möchte in Afrika etwas Gutes tun“

PFAHLHAUSEN - Gesa Langhoop zeigt auf die Weltkarte im Flur. „Dort fliege ich hin“, sagt sie und tippt mit ihrem Finger auf Südostafrika, genauer gesagt auf den Staat Mosambik.

Die 18-Jährige nimmt ab den 1. August dieses Jahres an einem einjährigen interkulturellen Austausch im Rahmen des Internationalen Jugendfreiwilligendienstes (IJFD) des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) teil. Entsendet wird Gesa Langhoop, die gerade mitten in ihren Abiturprüfungen an der Graf-Anton-Günther-Schule in Oldenburg steckt, vom Verein „ICJA – Freiwilligenaustausch weltweit“. Dieser versteht sich als Friedensorganisation.

Ehrenamtlich tätig

Um daran teilnehmen zu können, musste Gesa Langhoop nach ihrer Bewerbung an einem Auswahlverfahren im Dezember 2011 in Berlin teilnehmen – zusammen mit etwa 50 Interessenten aus ganz Deutschland. Vor allem eine selbst geschriebene Kurzgeschichte über ein Mädchen, dass eine Weltreise macht, überzeugte die Jury.

Die Zusage erhielt die 18-Jährige, die in Pfahlhausen wohnt, im Januar dieses Jahres. „Die Freude war groß“, erinnert sich Gesa Langhoop. „Es ist bestimmt schwer, so lange von zu Hause weg zu bleiben, aber ich werde dort so viel zu tun haben, da geht die Zeit bestimmt schnell ’rum.“

Was genau sie dort erwartet, weiß die Abiturientin noch nicht. „Wir erfahren das erst kurz vorher“, sagt sie. Entweder wird sie ehrenamtlich in einem Kindergarten oder in einer Schule in Maputo, der Hauptstadt von Mosambik, arbeiten. Ob sie in einer Gastfamilie oder in einer Wohngemeinschaft wohnen wird, sei ebenfalls noch nicht sicher. Gewissheit wird Gesa Langhoop im Juli bei einem Vorbereitungsseminar in Berlin bekommen.

Die 18-Jährige ist gespannt auf die Kultur und die Menschen in Afrika. „Ich möchte Erfahrungen sammeln. Vieles kennt man aus Büchern oder aus dem Fernsehen. Man weiß aber nicht genau, wie es dort ist, wenn man es nicht selbst erlebt hat. Auch auf das Essen bin ich gespannt“, sagt Gesa Langhoop, die später einmal Sozialpädagogik oder Grundschullehramt studieren möchte. „Ich möchte dort etwas Gutes tun und hoffe, viele nette Menschen zu treffen. Es gibt bestimmt auch Schwierigkeiten, die ich lösen muss.“

Dazu gehört die Sprache, die Amtssprache ist Portugiesisch. „Ich werde noch einen kurzen Kursus vorher machen“, sagt Gesa Langhoop, die sich für Fremdsprachen interessiert (zu ihren Leistungskursen gehören Englisch und Französisch).

Während der Schulzeit hat Gesa Langhoop bereits ein Praktikum an einer Grundschule absolviert und an Schüleraustauschen nach England, Frankreich und zur Insel La Réunion (Indischer Ozean) teilgenommen.

Integrationslotsin

In Afrika ist sie allerdings noch nicht gewesen. Verwandte haben ihr von dort einmal eine Trommel mitgebracht. „Ich kann darauf nicht richtig spielen, aber vielleicht lerne ich es ja da“, sagt die Abiturientin, die leidenschaftliche Saxofonspielerin und Schwimmerin beim TV Hude ist. Darüber hinaus arbeitet sie ehrenamtlich als Integrationslotsin in Oldenburg.

Auch der Huder Bürgermeister Axel Jahnz freut sich über das Engagement: „Ich finde es fantastisch, dass ein junger Mensch diesen Weg in die Fremde geht, um anderen ehrenamtlich zu helfen. Das zeugt von einer großen, sozialen Kompetenz.“

Der ICJA

ist eine weltweite Organisation. Die Kosten für einen Auslandsaufenthalt müssen die Teilnehmer teilweise selber tragen.

Sie fordert die jungen Erwachsenen dazu auf, einen Förderkreis zu bilden. Auch Gesa Langhoop ist noch auf der Suche nach Förderern. Den Rest der Kosten trägt das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Seit 60 Jahren

leistet ICJA durch internationale Begegnungen und interkulturelle Bildung praktische Friedensarbeit und fördert gesellschaftliches Engagement. In Kooperation mit über 40 Ländern engagieren sich Freiwillige für ein Jahr in Projekten im sozialen, ökologischen oder kulturellen Bereich.

Gastfamilien

in Deutschland werden noch gesucht. @  

http://www.icja.de

Tanja Mikulski
Tanja Mikulski Redaktion Münsterland
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