Harpstedt/Dünsen - Mit vielen bunten Transparenten und einer Unterschriftenliste sind Eltern und Kinder aus der Grundschule Dünsen am Mittwochabend zur Haupt- und Realschule in Harpstedt gekommen, um dort die Mitglieder des Arbeitskreises Schulentwicklung zu empfangen.

Im Arbeitskreis standen Gespräche über das Schuleinzugsgebiet für die Grundschule Dünsen auf der Tagesordnung. Wie berichtet, hatten Dünsens Bürgermeister Hartmut Post und der heutige Samtgemeindebürgermeister Herwig Wöbse im vergangenen Jahr den Antrag gestellt, auch Kindern aus Kirchseelte generell den Besuch der Grundschule Dünsen freizustellen. Die Politiker hofften angesichts sinkender Schülerzahlen in Dünsen, dass dann mehr Kirchseelter Eltern die Grundschule Dünsen für ihr Kind wählen.

Die Eltern aus Dünsen, die auf Dauer eine Schließung der Schule befürchten, haben neben der Öffnung des Einzugbereiches noch eine weitere Forderung. Sie wollen, dass die vakante Schulleiterstelle so schnell wie möglich ausgeschrieben wird. Seit die bisherige Schulleiterin Gabriele Chapus im September nach Oldenburg gewechselt ist, wird die Schule kommissarisch von der Grundschule Harpstedt mit geleitet. In vergangenen Diskussionen wurde bereits darüber gesprochen, aus dieser kommissarischen eine dauerhafte Lösung zu machen und die Grundschule Dünsen als Außenstelle der Grundschule Harpstedt zu führen.

Auch in Harpstedt steht allerdings ein Umbruch an – Rektor Kunsch verlässt die Schule, das Bewerbungsverfahren für seine Nachfolge läuft. Nach NWZ -Informationen ist die Stelle aber nur für die Leitung der Grundschule Harpstedt ausgeschrieben.

Die Lösung, kleine Schulen als Außenstelle einer größeren Nachbarschule am Leben zu erhalten, wird im Landkreis Oldenburg bereits praktiziert: Nachdem die Schulleitung der Grundschule Streekermoor in der Gemeinde Hatten mehrfach ohne Bewerber ausgeschrieben war, wird sie seit dem Schuljahr 2013/2014 als Außenstelle der Grundschule Sandkrug geführt.

Eine solche Lösung könne er sich vorstellen, meinte Dünsens Bürgermeister Hartmut Post am Mittwoch vor der Arbeitskreissitzung, aber nur unter der Voraussetzung, dass das Modell der Eingangsstufe, bei der Kinder der ersten und zweiten Klasse gemeinsam unterrichtet werden, beibehalten werden könne.

Die Eingangsstufe sehen auch die Eltern aus Dünsen als Pfund, mit dem die Grundschule wuchern kann. Dieses Angebot mache die Grundschule Dünsen für Eltern aus der ganzen Samtgemeinde interessant, meinte Schulelternratsvorsitzender André Lauk-stadt. Er nahm zusammen mit dem Vorsitzenden des Fördervereins der Grundschule, Rene Ruckgaber, an der Arbeitskreissitzung teil. Über die Ergebnisse dieser Sitzung, in der eine Empfehlung für den Schulausschuss erarbeitet werden sollte, wurde am Donnerstag noch nichts bekannt. Der Arbeitskreis will die Öffentlichkeit aber am Freitag informieren.