Oldenburg - Das Verhalten der Spitze der Schulverwaltung um Dezernentin Dagmar Sachse im Umgang mit der Oberschule Alexanderstraße hat massive Empörung aller Fraktionen ausgelöst.

Im Schulausschuss am Dienstag im PFL hatte zunächst Marlies Ramien, Leiterin der Oberschule Osternburg und Sprecherin der Oberschulen, eine deutlich stärkere Unterstützung für die Oberschulen „und eine größere Klarheit für unsere Zukunft“ gefordert. Die Schulverwaltung habe aber offenbar „keine guten Antworten auf unsere Fragen“, so Ramien mit Blick auf die von der Verwaltung verordnete Dreizügigkeit für alle vier städtischen Oberschulen. Die war von der Politik umgehend wieder ausgesetzt worden, weil sie der unterschiedlichen Entwicklung der Schulen nicht gerecht werde.

Die besonders stark angewählten Oberschulen Osternburg und Alexanderstraße fühlten sich in ihrer Entwicklung von der Stadt nicht hinreichend unterstützt. Auch der Umbau der Oberschule Alexanderstraße sei völlig unausgegoren und ohne Einvernehmen mit der Schule geplant. Dass die Schulleitung es gewagt hatte, die Landesschulbehörde über die Probleme zu informieren, hatte die Dezernentin angegriffen. Das gipfelte in der „Einladung“ der Verwaltung an den Schulleiter, sich im Ausschuss vor Politik, Verwaltung und Landesschulbehörde für seinen Weg der Benennung der Missstände zu entschuldigen, so die Wahrnehmung im Ausschuss, der sich darüber ex-trem befremdet zeigte.

Hans-Richard Schwartz, Vorsitzender der FDP/WFO, sagte: „Der Umgang der Schulverwaltung mit den Problemen ist nicht verantwortungsvoll. Auch die Kommunikation muss anders werden.“ Rita Schilling (Grüne) sagte: „Wir müssen dringend darum bitten, dass die Verwaltung endlich anfängt, auf Augenhöhe mit den Schulen zu arbeiten. Die Verwaltung braucht einen anderen Stil.“ Auch ein Entwicklungsplan für die Oberschulen sei nötig. Die CDU-Schulpolitikerin Esther Niewerth-Baumann lehnte den Zwang zur Dreizügigkeit ab und kritisierte die Verwaltung scharf: „Das läuft hier nach dem Motto: ,Die Schulleiter werde ich mir schon ’ranziehen. Die sollen den Dienstweg einhalten und Rat und Öffentlichkeit nicht informieren’. Das ist Maulkorb-Denken. Ich möchte, dass sich jeder Schulleiter an den wenden kann, den er möchte, und dass hier ein angstfreies Klima herrscht.“ So sieht es auch die SPD. Bernhard Ellberg: „Ich unterschreibe das. Die Schulleiter müssen das dürfen. Wir brauchen unbedingt ein offeneres Miteinander.“

Dagmar Sachse wies die Vorwürfe zurück: „Ja, es gibt unterschiedliche Auffassungen, aber für mich ist die Kommunikation nicht gestört.“ Schulamtsleiter Frank Lammerding zeigte sich „überrascht über die Massivität der Vorwürfe“. Die Rahmenbedingungen für die Oberschulen mache Hannover, die Stadt wolle, dass die Oberschulen sich in Ruhe weiterentwickeln, sie reagiere offen auf die Anwahlen.

Karsten Röhr
Karsten Röhr Redaktion Oldenburg