Bad Zwischenahn - Die Gemeindeverwaltung hat für die Zukunft der Schulentwicklung in der Gemeinde vor der Schulausschusssitzung am kommenden Montag, 18. Februar, 17 Uhr, Haus Brandstätter, drei Optionen erarbeitet. Die Landesschulbehörde hatte Ende Januar in einem Schreiben der Gemeinde mitgeteilt, dass die beantragte Oberschule (OBS) mit gymnasialem Zweig derzeit nicht genehmigungsfähig sei (die NWZ  berichtete). Als Begründung wurde unter anderem eine fehlende Elternbefragung angeführt. Eine OBS ohne gymnasialen Zweig sei hingegen genehmigungsfähig.

Überraschend hatte sich der Gemeinderat im Oktober mit knapper Mehrheit für eine OBS mit gymnasialem Zweig zum kommenden Schuljahr ausgesprochen. Zudem soll eine Integrierte Gesamtschule (IGS) ohne Oberstufe angestrebt werden, sobald die rechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind und eine Elternbefragung den mehrheitlichen Wunsch ergeben habe. Nach dem Regierungswechsel im Land dürfte die Einrichtung einer IGS einfacher werden.

Für die Verwaltung gibt es nun drei Optionen:   Elternbefragung mit einer Bedarfsermittlung für eine Oberschule mit gymnasialem Angebot: Das Problem hierbei ist vor allem ein zeitliches. Vor einer Befragung müssten die Eltern von 1046 Grundschülern informiert werden, was frühestens Anfang März möglich wäre. Bei einer Rückgabefrist von einer Woche könnten die Fragebögen während der Osterferien ausgewertet werden. In der Sitzung des Gemeinderates am 7. Mai könnte dann über das weitere Vorgehen entschieden werden. Zeitgleich müsste eine Planungsgruppe mit Vertretern von Hauptschule, Realschule und Gymnasium ein Konzept für eine OBS mit gymnasialem Zweig erstellen. Hiefür dürfte die Zeit (rund sieben Wochen bis zu den Sommerferien) aber kaum ausreichen. Die Einrichtung zum nächsten Schuljahr wäre kaum möglich.  Oberschule ohne gymnasiales Angebot nach dem vorliegenden Konzept (das Hauptschule und Realschule vor dem Ratsbeschluss erarbeitet hatten) zum Schuljahr 2013/14: Eine solche Umsetzung wäre möglich, da die Genehmigung von der Landesschulbehörde in Aussicht gestellt wurde und ein Konzept vorliegt. Eine OBS als Zwischenlösung auf dem Weg zu einer IGS lehnen die Schulleiter im Interesse der Schüler allerdings ab.   Zurückziehen des Antrags auf Errichtung einer Oberschule zum Schuljahr 2013/14: Die eigenständigen Schulen Hauptschule und Realschule bleiben in ihrer bisherigen Form bestehen. Eltern könnten ihre Kinder dann an OBS in anderen Gemeinden anmelden. Die Kosten der Schülerbeförderung trägt der Landkreis.

Die Ratsfraktionen wollten vor einer abschließenden Festlegung zunächst die Sitzung des Gemeindeelternrates am Dienstagabend abwarten. Grundsätzlich werde die CDU dem Willen der Eltern und Lehrer folgen, wenn diese weiter an einer OBS festhalten, so Fraktionsvorsitzende Maria Bruns. „Wenn der Wille aber dahingehend ist, sich noch einmal mit allen Schulformen auseinanderzusetzen, werden wir auch das unterstützen.“ Auch SPD-Fraktionschef Detlef Dierks verwies auf den Gemeindeelternrat, mit dem zunächst gesprochen werden sollte. „Es ist aber kein Geheimnis, dass für die SPD die IGS das Wunschziel bleibt.“ Und beim Weg zu diesem Ziel wäre eine vorübergehende OBS eher hinderlich.

Markus Minten
Markus Minten Stadt Oldenburg und Ammerland (Leitung)