Cloppenburg - Wie geht es im kommenden Jahr mit der Schulsozialarbeit im Landkreis Cloppenburg weiter? Eine Frage, mit der sich die Mitglieder des Kreis-Jugendhilfeausschusses während ihrer jüngsten Sitzung beschäftigt haben.

Feststeht, dass es keine Bundesmittel geben wird. Die Kommunen und ihre Spitzenverbände sehen das Land Niedersachsen in der Pflicht, die Finanzierung dauerhaft für alle Schulen zu übernehmen. Eine Forderung, die bislang nicht erfüllt wurde. Einzig das so genannte Hauptschulprofilierungsprogramm zwecks Berufsorientierung und Berufsbildung wurde vom Land um zwei Jahre bis zum 31. Dezember 2016 verlängert. Im Rahmen dieses Programms werden Schüler an Hauptschulen, in Hauptschulzweigen zusammengefassten Schulen, an Oberschulen und in Kooperativen Gesamtschulen von sozialpädagogischen Mitarbeitern unterstützt.

Zwar wurde im Koalitionsvertrag der niedersächsischen Landesregierung festgelegt, dass die schulische Sozialarbeit ausgearbeitet werden soll – Ziel ist es, die Sozialarbeit an allgemeinbildenden und an berufsbildenden Schulen in Niedersachsen als eine Säule eines leistungsfähigen Beratungs- und Unterstützungssystems der Schulen zu installieren – doch noch wird am Konzept gefeilt. Dabei wird geprüft, was künftig Landesaufgaben sein und welche Aufgaben in der Hand der Kommunen liegen sollten.

„Laut Aussagen des Niedersächsischen Landkreistags ist mit den hierfür notwendigen Regelungen voraussichtlich frühestens zum August 2015 zu rechnen“, teilte die Kreisverwaltung mit. Auf einer Dienstbesprechung der Hauptverwaltungsbeamten des Kreises am 31. Juli sei entschieden worden, dass die Schulsozialarbeit fortgesetzt werden soll. Mehrheitlich wurde gewünscht, dass der Kreis die bisherigen Mittel nach Schülerzahlen auf die Städte und Gemeinden aus dem Kreishaushalt verteilt. Die erforderlichen Mittel sollen durch den Kreishaushalt aufgebracht werden, die Schulträger weisen dem Landkreis eine zweckentsprechende Verwendung nach.

Einstimmig votierte der Ausschuss dafür, 504 000 Euro für die Städte und Gemeinden sowie 150 000 Euro für die drei Berufsbildenden Schulen im Kreis in den Etat 2015 einzuplanen. Das Votum des Kreistags steht noch aus.

Derzeit wird an 38 Grund-, Haupt-, Real- und Oberschulen sowie an den drei Berufsbildenden Schulen Schulsozialarbeit geleistet. Während an den Berufsbildenden Schulen unter anderem soziale Trainingsmaßnahmen, Gruppenangebote und die Entwicklung von Medienkompetenz angeboten wird, stehen an den Grund-, Haupt-, Real- und Oberschulen Sozialkompetenztraining, freizeitpädagogische Angebote, Integration oder auch die Krisenintervention im Einzelfall und in der Klasse auf dem Programm.

Anuschka Kramer
Anuschka Kramer Team Nord