Bürgerfelde - CDU-Ratsherr Michael Rosenkranz hatte mit diesem Vergleich am Donnerstag im Ausschuss für Gebäudewirtschaft und Hochbau die Lacher auf seiner Seite: „Wären Kinder und Lehrer der Grundschule Babenend Mieter, könnten sie ein Kündigungsrecht in Anspruch nehmen.“ Doch Spaß beiseite: Für die seit langem geforderte energetische Sanierung der Schule fehlt das Geld, während rund 1,4 Millionen Euro für den Ausbau zur Ganztagsschule ausgegeben werden.
Wie nötig eine Erneuerung der aus den Jahren 1978/79 stammenden Fenster und der Einbau von Sonnenschutzmaßnahmen ist, machte Elternsprecherin Jelje Butenhoff deutlich: „Die Situation ist nicht tragbar!“ Auch die Politik mahnt Handlungsbedarf an: „Wir sollten nicht zugucken, bis es in überhitzten Räumen zum ersten Kreislaufkollaps kommt“, sagte Rita Schilling (Grüne).
Die Probleme sind dem Eigenbetrieb für Gebäudewirtschaft und Hochbau (EGH) bestens bekannt. „Wir wissen selber, dass die Grundschule Babenend zu den Gebäuden, die sich im schlechtesten energetischen Zustand befinden, gehört“, sagte Geschäftsbereichsleiter Bernard Krause. Ein Architekturbüro habe im Auftrag der Verwaltung bereits ein Sanierungs- und Modernisierungskonzept mit Kosten in Höhe von drei Millionen Euro erarbeitet, wovon bis zu 250 000 Euro hätten gefördert werden können. Man habe sich sehr um eine Finanzierung bemüht, so Baudezernentin Gabriele Nießen, die Mittel seien jedoch erst in der Finanzplanung für 2016 berücksichtigt worden.
Nun könnte es doch schneller gehen: Bernhard Ellberg (SPD) gab als „Tendenz“ zu erkennen, dass die Mittel für die Grundschule Babenend in der Haushaltsberatung für 2015 vorgezogen werden. Das traf auch bei den anderen Ausschussmitgliedern auf Wohlwollen. Bernard Krause vom EGH stellte auch Teillösungen, die aus dem Budget für Bauunterhaltung heraus möglich werden könnten, in Aussicht. WFO-Ratsherr Franz Norrenbrock regte an, zur Finanzierung am Jahresende anfallende Haushaltsreste zu nutzen.
