Bad Zwischenahn - Eine Zusage hatte Sigrid Rakow nicht mit nach Bad Zwischenahn gebracht. Die hatten die beiden Schulleiter Peter Röben (Hauptschule) und Patrick Wulf (Grundschule Rostrup) auch gar nicht erwartet. Unterstützung schon.

Und die kam von der SPD-Landtagsabgeordneten auch: „Die Herausforderung ist mittlerweile bei allen angekommen“, sieht sie einen grundsätzlichen Konsens in der Frage nach zusätzlichem Bedarf an Angeboten zum Spracherwerb von Kindern, die als Flüchtlinge, Aussiedler oder aus anderen Gründen ohne Deutschkenntnisse nach Deutschland und ins Ammerland kommen. Und: Geld stehe zur Verfügung, sagte Rakow. Jetzt müsse geschaut werden, wie es am sinnvollsten verteilt und eingesetzt werden könne.

Für die beiden Schulleiter ist das eigentlich keine Frage: Mehr Lehrerstunden, damit jeweils eine zweite Sprachlernklasse eingerichtete werden kann. Denn über die bereits bestehenden Klassen für jeweils 16 Schüler hinaus besteht großer Bedarf an weiteren Klassen. Allein an der Hauptschule stehen 23 Kinder aus dem gesamten Ammerland auf der Warteliste. In ein bis zwei Schuljahren sollen die Kinder in den Sprachlernklassen so gut Deutsch lernen, dass sie an die zuständigen Regelschule zurückkehren können. Die Hauptschule hat (wie berichtet) bei der Landesschulbehörde bereits eine zweite Klasse beantragt. Eine Antwort steht aber noch aus.

Laut Rakow gebe es aber Signale, mehr solcher Klassen einzurichten. „Jetzt muss der Finanzminister tapfer sein und rechnen.“ Ebenso wichtig sei es aber, die Eltern zu erreichen. „Die müssen begreifen, was Schule bedeutet.“ Bei der Integration sieht sie auch den Landkreis in der Pflicht „koordinierend Hilfestellung zu geben“.

Denn eines sei angesichts anhaltender Zuwanderung klar, so Rakow: „Es kommt da ein großes Potenzial.“ Und das dürfe nicht vergeudet werden.

Markus Minten
Markus Minten Stadt Oldenburg und Ammerland (Leitung)